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Symbolbild Schilddrüse © krishnacreations
Symbolbild Schilddrüse © krishnacreations

Schilddrüsenkrebs: Was ist das?

Im Gegensatz zu gutartigen Knoten der Schilddrüse treten bösartige Erkrankungen selten auf. Frauen sind öfter betroffen als Männer. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa fünfzig Jahren.

Die häufigste Schilddrüsenkrebsart ist das differenzierte Schilddrüsenkarzinom. Erfahren Sie zudem mehr zu möglichen Symptomen.

Welche Formen von Schilddrüsenkrebs gibt es?

Es gibt mehrere Arten von Schilddrüsenkrebs:

  • Differenzierte Schilddrüsenkarzinome: Diese gehen direkt von den Schilddrüsenhormone produzierenden Follikelepithelzellen (Thyreozyten) aus und haben eine gute Prognose. Zu diesen zählen:
    • Papilläres Schilddrüsenkarzinom: Dieses tritt am häufigsten auf und weist ausgezeichnete Heilungschancen auf.
    • Follikuäres Schilddrüsenkarzinom: Dieses tritt am zweithäufigsten auf und hat schlechtere Heilungschancen im Vergleich zum papillären Schilddrüsenkarzinom.
  • Medulläres Schilddrüsenkarzinom: Dieses ist seltener und geht von den sogenannten C-Zellen in der Schilddrüse aus. C-Zellen erzeugen das Hormon Calcitonin, das in den Kalziumstoffwechsel eingreift. Medulläre Schilddrüsenkarzinome weisen eine Prognose zwischen differenzierten und undifferenzierten Schilddrüsenkarzinomen auf.
  • Undifferenzierte (anaplastische) Schilddrüsenkarzinome: Diese gehen von den Follikelepithekzellen (Thyreozyten) aus, wachsen schnell und haben eine ungünstige Prognose, sind allerdings selten.

Selten kommen Mischformen dieser Karzinome, Lymphome, Teratome (Keimzelltumoren) oder Fibrosarkome (Bindegewebstumoren) der Schilddrüse vor. 

Welche Ursachen hat Schilddrüsenkrebs?

Warum Schilddrüsenkrebs entsteht, konnte noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt werden. Es gibt jedoch nachgewiesene Risikofaktoren. Radioaktives Jod gilt als Risikofaktor für differenzierte und anaplastische Schilddrüsenkarzinome. Diesem ist man z.B. bei Reaktorunfällen eines Atomkraftwerks oder Atombombenexplosionen ausgesetzt. Therapeutische Radiojodtherapien von gutartigen Schilddrüsenerkrankungen spielen bei der Entstehung allerdings keine Rolle – die Dosis ist zu gering.

Medulläre Schilddrüsenkarzinome können familiär gehäuft auftreten. In diesen Fällen kann etwa zusätzlich das sogenannte MEN-2-Syndrom vorliegen. Bei diesem kommt es neben der Entwicklung eines medullären Schilddrüsenkarzinoms auch zu meist gutartigen Tumoren des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) und der Nebenschilddrüsen. Es gibt jedoch auch familiäre andere Schilddrüsenkarzinome bzw. können bei Schilddrüsentumoren genetische Veränderungen zugrunde liegen (z.B. beim follikulären Schilddrüsenkarzinom). 

Welche Symptome können bei Schilddrüsenkrebs auftreten?

In den frühen Stadien der Erkrankung kommt es selten zu Beschwerden im Halsbereich.

Es können folgende (Spät-)Symptome auftreten:

  • Hustenreiz,
  • tastbarer oder sichtbarer Knoten am Hals,
  • vergrößerte Halslymphknoten,
  • Globusgefühl (Gefühl, als hätte man einen Kloß im Hals),
  • Heiserkeit,
  • Atemprobleme,
  • Schluckstörungen.

Die genannten Symptome können auch bei anderen Erkrankungen vorkommen und lassen daher nicht direkt auf Schilddrüsenkrebs schließen. Das sogenannte Horner-Syndrom kann ebenfalls auf Schilddrüsenkrebs – jedoch auch auf andere Erkrankungen – hinweisen. Es ist gekennzeichnet durch Verengung der Pupillen, herabhängende Augenlider sowie einen eingesunkenen Augapfel. Beim medullären Schilddrüsenkarzinom kann es auch zu Gesichtsrötungen, Durchfall und Bauchschmerzen kommen.

Gibt es Möglichkeiten der Früherkennung von Schilddrüsenkrebs?

Mit Früherkennung von Schilddrüsenkrebs ist gemeint, dass die Krankheit entdeckt wird, bevor sie zu Symptomen führt. Dazu zählt etwa selbst auf mögliche Warnsignale zu achten, wenn bereits eine vergrößerte Schilddrüse oder Knoten in der Schilddrüse bekannt sind.

Warnsignale:

  • Druckgefühl im Halsbereich,
  • Luftnot,
  • Schluckbeschwerden,
  • Hustenreiz,
  • Veränderung eines Kropfs, z.B. wenn dieser sich plötzlich derber anfühlt oder rasch wächst,
  • Lymphknotenvergrößerungen im Halsbereich,
  • Heiserkeit.

Diese Warnsignale können auf eine möglicherweise bösartige Veränderung hinweisen. Sie können jedoch auch andere teils harmlosere Ursachen haben. Dennoch sollten Sie in diesen Fällen unverzüglich eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen. Je früher Schilddrüsenkrebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. 

Bei den seltenen vererbbaren Formen des medullären Schilddrüsenkarzinoms können betroffene Familienmitglieder gezielt untersucht werden und somit kann eine mögliche Erkrankung sehr frühzeitig festgestellt werden. Zur Früherkennung stehen dabei mehrere Tests, z.B. genetische Untersuchungen, zur Verfügung. Das Vorstadium der familiären Form des medullären Schilddrüsenkarzinoms, die sogenannte C-Zell-Hyperplasie, hat eine vollständige Heilungschance, wenn die Schilddrüse komplett entfernt wird.

Da auch Erwachsene, die als Kinder oder Jugendliche eine Strahlentherapie aufgrund einer anderen Krebserkrankung erhielten, ein höheres Risiko für Schilddrüsentumoren aufweisen, sollten diese einmal im Jahr eine Untersuchung der Schilddrüse vornehmen lassen. 

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