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Frau beim Staubsaugen © Igor Mojzes

Hausstaubmilbenallergie: Allergenvermeidung

Die wichtigste Maßnahme einer Therapie besteht darin, den Kontakt mit dem Allergen so weit wie möglich zu meiden (Allergenkarenz). Das Meiden des Kontaktes mit Hausstaubmilben bzw. mit deren Ausscheidungsprodukten führt zur Linderung akuter allergischer Beschwerden. Nützliche, praxiserprobte Maßnahmen können zur Reduktion der Hausstaubmilbenbelastung  beitragen.

Tipps zur Vermeidung von Allergenen

  • Regelmäßiges Stoßlüften: Sorgen Sie für optimale Luftfeuchtigkeit um die 50 Prozent. Drei- bis viermal pro Tag fünf bis zehn Minuten lang den jeweiligen Raum durch zwei gegenüberliegende Fenster bzw. Türen lüften.
  • Raumtemperatur: Achten Sie im Schlafzimmer auf eine Raumtemperatur von maximal 20°C.
  • Überzüge (Encasings): Überziehen Sie Matratze, Tuchent und Polster mit speziellen, milbendichten, jedoch feuchtigkeitsdurchlässigen Überzügen (Encasings). Sie verhindern den Kontakt mit dem allergieauslösenden Milbenkot. Achtung: Alle Betten im Raum sanieren!
  • Wasserbett: Alternative zum Matratzenüberzug ist ein Wasserbett, Tuchent und Polster sollten dennoch mit Encasings überzogen werden.
  • Reiningung von Encasings: Mindestens einmal im Monat mit einem feuchten Einmaltuch abwischen. Mundschutz verwenden!
  • Dampfstahlreiniger: Die Bearbeitung von Matratzen mit Dampfstrahlreinigern ist zwecklos, da die äußerst widerstandsfähigen Hausstaubmilben und deren Eier und Larven in der Tiefe der Gewebe bzw. Schaumstoffmatratzen nicht zerstört werden.
  • Waschmaschien und Wäschetrockner: Decken und Pölster sollten alle zwei Wochen mit mindestens 60°C gewaschen oder besser eine halbe Stunde im trockenen Zustand in den Wäschetrockner gegeben werden.
  • Bettwäsche:  Wöchentlich mit mindestens 60°C waschen. Waschen Sie auch Ihre Kleidung (v.a. Pyjama!) mit mindestens 60°C. Für empfindliche Textilien gibt es Waschmittelkonzentrate mit Antiallergenextrakten, die Allergene und Milben schon bei niedrigen Temperaturen beseitigen.
  • Bettwäsche lüften: Die Feuchte muss auch aus dem Bettzeug. Daher Bettdecke und Polster morgens nach dem Aufstehen im Fenster oder am Balkon täglich auslüften.
  • Kuscheltiere im Plastiksack einmal pro Monat in der Gefriertruhe (minus 20–25°C) übernachten lassen und in der Früh absaugen oder so wie Decken und Pölster in den Trockner geben.
  • Teppiche und Vorhänge: Entfernen oder minimieren Sie Teppiche, schwere, nicht waschbare Stoffvorhänge, Zierpölster, Staubfänger und Polstermöbel (besser Ledercouch).
  • Antiallergene Sprühlösung: In Teppichböden sammeln sich Allergene. Deshalb empfiehlt sich die regelmäßige Anwendung (zirka alle drei Monate) mit antiallergenen Sprühlösungen, die Milben austrocknen und Allergene vernichten. Mit speziellen Testkits kann die Hausstaubmilbenbelastung in Textilien kontrolliert werden.
  • Aufbewahrung: Wäsche, Bücher und andere Staubfänger in Kästen oder hinter Glasregalen aufbewahren.
  • Allergenfilter: Installieren Sie Allergenfilter bei Belüftungssystemen und Klimaanlagen.
  • Luftbefeuchter vermeiden: Generell sollten Luftbefeuchter aller Art vermieden werden. Sie fördern die Vermehrung von Hausstaubmilben und das Wachstum von Schimmelpilzen.
  • Heizperiode: Reinigen Sie vor der Heizperiode alle Heizkörper sorgfältig.
  • Wechseln der Kleidung: Ziehen Sie Ihre Kleidung nicht im Schlaf- oder Wohnzimmer aus, denn menschliche Hautschuppen sind die Hauptnahrungsquelle von Milben.
  • Pflanzen und Tiere: Keine Topfpflanzen, Tiere und kein Essen im Schlafraum. Tiere bringen Nahrung für die Milben, und auch Essensreste, Brösel etc. dienen Milben als Nahrung.
  • Hausputz: Führen Sie wenn möglich den Hausputz nicht selbst durch. Wenn es nicht anders geht, tragen Sie dabei eine Allergenschutzmaske.
  • Staubsauger mit Allergenfilter (Hepa-Filter) verwenden und diesen regelmäßig wechseln. Generell ist die Reinigung mit einem feuchten Tuch besser, da ein Staubsauger unweigerlich Staub aufwirbelt.

Hinweis Encasings, Sprühlösungen und Waschmittelzusätze sind im medizinischen Fachhandel erhältlich. Dort gibt es auch umfassende und professionelle Beratung.


Tipps für die Reise

Milben sind fast weltweit anzutreffen. Als Urlaubsziel eigenen sich besonders Aufenthalte in Regionen mit trockenem Klima, z.B. im hohen Norden (z.B. Kanada, Russland, Island, die skandinavischen Länder), oder die mitteleuropäischen Regionen über 1.200–1.500 Meter Seehöhe. Weniger geeignet sind Urlaub auf dem Bauernhof oder Destinationen in den Tropen.

  • Bei Zimmerbuchungen in Pensionen sollten Sie nach Haustieren (Katzen, Hunden) im Haus fragen, besonders wenn Sie an einer zusätzlichen Allergie auf diese Tiere leiden.
  • In der Nebensaison werden die Zimmer mehrere Tage bis Wochen nicht gereinigt, und die Hausstaubmilbenbelastung ist dann entsprechend hoch. Bitten Sie um gründliche Reinigung und frische Bettwäsche.
  • Hotelzimmer sind meist mit Spannteppichen ausgelegt, und die Matratzen sind alt. Erkundigen Sie sich bei der Zimmerbuchung, ob es auch Zimmer mit glatten Fußböden ohne Teppiche gibt.
  • Packen Sie zumindest zwei Garnituren Plastikfolie zur Umhüllung der Matratzen oder Kopfkissen ein.
  • Haben Sie auf die Plastikfolien vergessen, verwenden Sie täglich frisch gewaschene Badetücher als Bettauflage und wickeln Sie das Kopfkissen damit ein. Die Badetücher werden üblicherweise mit 95°C gewaschen und sind daher weitgehend milbenfrei.
  • Im Notfall lindern Nasenspülungen mit physiologischer Kochsalzlösung oder verdünntem Meerwasser (in der Apotheke erhältlich) die Beschwerden bei allergischem Schnupfen. Noch mehr Effekt hat die abendliche Einnahme von Antihistaminika bzw. Verwendung antiallergischer Nasensprays und Augentropfen und bei Asthmatikerinnen/Asthmatikern die zusätzlich abends inhalierten, lang wirksamen, bronchialerweiternden und entzündungshemmenden Medikamente.

Quelle: Interessengemeinschaft Allergenvermeidung (IGAV)

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