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Notfallsanitäter © FOTO-RAMMINGER

Notfallsanitäterin/Notfallsanitäter

Notfallsanitäterinnen/Notfallsanitäter unterstützen Ärztinnen/Ärzte bei allen Notfall- und katastrophenmedizinischen Maßnahmen. Sie sind zuständig für Betreuung und Transport von Notfallpatientinnen/Notfallpatienten, Verabreichung von bestimmten Arzneimitteln unter der Voraussetzung einer schriftlichen Anordnung durch eine Ärztin/einen Arzt sowie die eigenverantwortliche Bedienung und Betreuung von berufsspezifischen Geräten und Materialien . . .

Offizielle Berufsbezeichnung

Notfallsanitäterin/Notfallsanitäter

Aufgaben und Arbeitsbereiche

Notfallsanitäterinnen/Notfallsanitäter können ehrenamtlich oder berufsmäßig in diversen Bereichen des Rettungswesens tätig sein. Ihr Hauptaufgabengebiet ist die Versorgung und Betreuung von notfallmedizinischen Patientinnen/Patienten bis zur Übergabe im Krankenhaus. Das kann bei Rettungsorganisationen bzw. Rettungsflugunternehmen oder beim Bundesheer sein.

Fundierte Ausbildung

Die Ausbildung findet in Modulen statt. Zur Erlangung der Berufsbezeichnung Notfallsanitäterin/Notfallsanitäter muss nach der Sanitäterin-/Sanitäterausbildung (Modul eins, Rettungssanitäterin/ Rettungssanitäter, 260 Stunden) noch ein weiteres Modul im Umfang von 480 Stunden absolviert werden (Modul 2). Den Abschluss der Ausbildung erhält man nach dem positiven Ablegen einer kommissionellen Prüfung.

Die Berechtigung für das Modul zwei ist von folgenden Bedingungen abhängig:

  • Erfolgreiche Absolvierung eines Eignungstests.
  • Berufs- bzw. Tätigkeitsberechtigung zur Rettungssanitäterin/zum Rettungssanitäter.
  • Nachweis von mindestens 160 Stunden Einsatz in Rettungs- und Krankentransportsystemen. Dadurch wird die Eignung für die Ausbildung zur Notfallsanitäterin/zum Notfallsanitäter bestätigt

Notfallkompentenzen

Darüber hinaus können Notfallsanitäterinnen/Notfallsanitäter den Zusatz Notfallkompetenzen „Arzneimittellehre“, „Venenzugang und Infusion“ und „Beatmung und Intubation“ erlangen. Die Berechtigung der Zusatzbezeichnung Notfallkompetenz ist nach positivem Abschluss der Ausbildung für zwei Jahre gültig und muss danach erneuert werden. Der Stundenumfang zur Erlangung der Notfallkompetenzen ist je nach Modul unterschiedlich:

  • Notfallsanitäterin/Notfallsanitäter mit allgemeiner Notfallkompetenz „Arzneimittellehre“ (NKA): 40 Stunden plus erfolgreiche Ausbildung zur Notfallsanitäterin/zum Notfallsanitäter.
  • Notfallsanitäterin/Notfallsanitäter mit allgemeiner Notfallkompetenz „Venenzugang und Infusion“ (NKV): 50 Stunden plus Modul Arzneimittellehre plus erfolgreiche Ausbildung zur Notfallsanitäterin/zum Notfallsanitäter.
  • Notfallsanitäterin/Notfallsanitäter mit besonderer Notfallkompetenz „Beatmung und Intubation“ (NKI): 110 Stunden plus Modul Arzneimittellehre plus Modul Venenzugang/Infusion plus erfolgreiche Ausbildung zur Notfallsanitäterin/zum Notfallsanitäter.

Arzneimittellehre: Gabe von speziellen Medikamenten, soweit diese schriftlich von der vorgesetzten Ärztin/vom vorgesetzten Arzt zur Anwendung freigegeben wurde.

Die Voraussetzung für eine Anwendung ist eine unmittelbare Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Notfallpatientin/des Notfallpatienten. Folgende Bedingungen müssen bei jeder Anwendung erfüllt sein:

  • Berufsberechtigung als Notfallsanitäterin/Notfallsanitäter mit Notfallkompetenz.
  • Anweisung durch eine anwesende Ärztin/einen anwesenden Arzt oder bei keiner ärztlichen Anwesenheit die vorangehende Verständigung einer Notärztin/eines Notarztes

Venenzugang und Infusion: Punktion peripherer Venen und Infusion von bestimmten Lösungen.

Beatmung und Intubation: Beatmungsschlauch in Luftröhre legen. Die Anwendung unterliegt strengen Voraussetzungen . . .

  • Bei einer notwendigen Intubation dürfen in diesem Zusammenhang keine Medikamente verabreicht werden.
  • Berufsberechtigung als Notfallsanitäterin/Notfallsanitäter mit Notfallkompetenz Beatmung und Intubation.
  • Schriftliche Ermächtigung durch eine vorgesetzte Ärztin/einen vorgesetzten Arzt zur Durchführung einer Intubation.
  • Anweisung durch eine anwesende Ärztin/einen anwesenden Arzt oder bei keiner ärztlichen Anwesenheit die vorangehende Verständigung einer Notärztin/eines Notarztes.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle Notfalltransporte sind dann durch die gesetzlichen Krankenversicherungsträger gedeckt, wenn Lebensgefahr besteht. Diese wird durch die Notärztin/den Notarzt, mittels eines sogenannten „NACA“-Scores bestimmt. Bei Rettungstransporten ohne Notärztin/Notarzt muss eine Gehunfähigkeit bestehen oder eine akute Spitalsbehandlung auf den Transport erfolgen.

Rechtliche Grundlagen

Relevante Gesetze finden Sie im Rechtsinformationssystem (RIS):

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