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Schlaganfall: rasche Hilfe wichtig!

Mann mit starken Kopfschmerzen © Photographee.eu
Mann mit starken Kopfschmerzen © Photographee.eu
29.10.2019

Er zählt zu den häufigsten Todesursachen und ist ein Hauptgrund für bleibende Behinderungen: Der Schlaganfall. Jährlich sind rund 24.000 Menschen in Österreich von einer plötzlichen Durchblutungsstörung des Gehirns betroffen. Ursache ist ein Blutgerinnsel, das ein Gefäß verschließt und die Sauerstoffversorgung des Gehirns unterbricht. Tritt ein Schlaganfall auf, ist eine rasche medizinische Versorgung lebenswichtig, betonten Mediziner bei einer Pressekonferenz zum Weltschlaganfalltag am 29. Oktober.

Rasche medizinische Hilfe ist wichtig!

Experten der Schlaganfall- und Neurologie-Gesellschaft erinnern an die Tatsache, dass meist medizinische Laien unmittelbar Zeugen dieser akuten Erkrankung werden. Die Aufklärung der Bevölkerung über richtige Erste Hilfe bei einem Schlaganfall sei daher sehr wichtig.

Eine gute Stütze bietet die Kurzformel B FAST – es bedeutet „sei schnell“ (englisch: „be fast“). FAST steht auch für „Face-Arms-Speech-Time“ und ist für Laien eine Erinnerungshilfe, um die wichtigsten Symptome eines Schlaganfalls erkennen zu können und rasche Hilfe zu holen:

  • Face (Gesicht): Hängt ein Mundwinkel auf einer Seite herab? Kann der Betroffene lächeln? Verzieht sich dabei das Gesicht, ist das ein Hinweis für eine mögliche Halbseitenlähmung.
  • Arms (Arme): Kann der Betroffene beide Arme nach vorne ausstrecken und anheben? Bei Lähmungen können nicht beide Arme gehoben werden.
  • Speech (Sprache): Kann der Betroffene einen einfachen Satz nachsprechen? Ist das nicht fehlerfrei möglich, werden Worte oder Silben vertauscht, kann das ein Hinweis für einen Schlaganfall sein.
  • Time (Zeit): Bei einem oder mehreren Anzeichen für einen Schlaganfall muss sofort der Notruf (144) gewählt werden.

„Lächeln, Sprechen, Arme hoch“ können die Patientinnen und Patienten unmittelbar nach dem Schlaganfall meist nicht. Akuter Schwindel und Erblinden auf einem Auge kommen oft hinzu. Wenn der Ernst der Lage möglichst schnell erkannt wird – das sind Anzeichen eines Schlaganfalls – und die Therapie umgehend erfolgt, sind die Chancen für die Betroffenen besser.

Gute medizinische Versorgung durch Stroke-Units 

Der Präsident der World Stroke Organisation, Michael Brainin von der Donau-Universität Krems, sieht Österreich nicht zuletzt aufgrund des dichten Stroke-Unit-Netzes als internationales Vorbild. Der Experte begrüßt zusätzliche pragmatische Maßnahmen, wie etwa autofreie Tage zur Verbesserung der Feinstaubwerte. Eine erhöhte Feinstaubbelastung gilt als Risikofaktor für Schlaganfälle.  

Grundsätzlich werde die Versorgung immer besser, Sterblichkeit und Pro-Kopf-Risiko nehmen in Österreich kontinuierlich ab, berichtete Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN), Eugen Trinka vom Uniklinikum Salzburg. „Gut die Hälfte der Überlebenden kann nach einer adäquaten Therapie und Rehabilitation wieder ein normales Leben führen. Allerdings bleiben 15 Prozent ein Leben lang mehr oder weniger stark beeinträchtigt, ebenso viele werden zum Pflegefall.“

Schlaganfall vorbeugen

Das Risiko für einen Schlaganfall lässt sich durch einen gesunden Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung und besonders einem Rauchstopp deutlich verringern. Dies betont auch das Rote Kreuz in einer Aussendung zum Weltschlaganfalltag.

Weitere Informationen: 

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