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Long COVID: Empfehlungen für medizinische Versorgung

Patientin spricht mit Arzt © Andrey Popov
Patientin spricht mit Arzt © Andrey Popov
07.10.2021

Anfang Oktober haben Bund, Länder und Sozialversicherung neue Empfehlungen für die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Long COVID beschlossen. Als Long COVID werden in der Medizin Beschwerden bezeichnet, die mehr als vier Wochen nach Beginn einer SARS-CoV-2-Infektion anhalten. Etwa 10 bis 14 Prozent der COVID-Patientinnen und Patienten sind nach den bisherigen Erfahrungen davon betroffen, so das Gesundheitsministerium. Auch junge Patientinnen und Patienten würden an Long COVID-Folgen leiden. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. 

Long COVID-Symptome

An Long COVID erkrankte Personen können über längere Zeit an verschiedenen körperlichen Symptomen leiden, unter anderem Fatigue, Kurzatmigkeit, Geruchs- und Geschmacksstörungen und mangelnder Belastbarkeit. Zudem können psychische Beschwerden auftreten, z.B. Schlafstörungen, Depressionen oder Angstzustände.

Individuelle medizinische Versorgung notwendig

Vor diesem Hintergrund haben Bund, Länder und Sozialversicherungen in der Bundes-Zielsteuerungskommission am 1. Oktober 2021 einvernehmlich Empfehlungen zur Versorgung von Personen mit Long COVID beschlossen. Zielsetzung ist die Sicherstellung der bedarfsgerechten, österreichweit einheitlichen medizinischen Versorgung von Personen mit Long COVID. Dafür werden alle für die Versorgung relevanten Bereiche von der Primärversorgung bis zur Rehabilitation mit einbezogen. Die Erstversorgung von Personen mit Long COVID-Symptomen erfolgt vorrangig durch Hausärztinnen/Hausärzte in der Primärversorgung.

Bereits im Juli 2021 erstellte die Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) eine spezielle Long COVID-Leitlinie für die erstversorgenden Ärztinnen und Ärzte. Sie enthält Empfehlungen für die Abklärung von Symptomen in Zusammenhang mit einer SARS-CoV2-Infektion sowie für Behandlung, Betreuung und Rehabilitation.

Je nach Symptomen sind weitere Untersuchungen durch Fachärztinnen und -ärzte notwendig. Die medizinische Versorgung von Long COVID ist multiprofessionell und interdisziplinär. Das bedeutet, dass Fachleute aus verschiedenen medizinischen Disziplinen eingebunden werden, z.B. Infektiologie, Pneumologie, Kardiologie, Neurologie, HNO, Psychiatrie oder Kinderheilkunde. Die Behandlung wird entsprechend den Ergebnissen der Abklärung individuell geplant.

Die Versorgung soll in Gesundheitseinrichtungen erfolgen, die bereits über die entsprechenden Fachbereiche und das Personal verfügen. Dazu zählen z.B. Spitalsambulanzen, Gesundheitszentren der ÖGK oder ambulante Einrichtungen der PVA. Die Angebote sollen nur über eine ärztliche Überweisung in Anspruch genommen werden.

Weitere Informationen: Long COVID

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