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Kampf den Corona-Kilos

© LIGHTFIELD STUDIOS
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01.06.2021

Vor den gesundheitlichen Folgen von Gewichtszunahme und Bewegungsarmut im Zuge der Corona-Pandemie warnt die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG). Die Öffnungsschritte sind nun eine Gelegenheit, erste Schritte in Richtung eines gesünderen Lebensstils zu gehen. Dabei ist es wichtig, sich erreichbare kleine, positiv formulierte Ziele zu setzen und auch mit Rückschlägen richtig umgehen zu lernen.

Homeoffice, Homeschooling, Lockdowns, ein geändertes Sozial- und Freizeitverhalten aber auch die einfache Angst vor der Ansteckung und somit dem Rausgehen führten zu einer deutlichen Bewegungsarmut, manchmal auch kombiniert mit Frustessen oder vermehrtem Alkoholkonsum“, erklärt Susanne Kaser, stellvertretende Direktorin der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Innsbruck und Präsidentin der ÖDG. Bei vielen Menschen führte dies innerhalb weniger Monate zu einer Gewichtszunahme - auch bei Kindern, laut einer Studie des Österreichischen Instituts für Ernährungsmedizin. Dieses Bild zeige sich auch in Diabetesambulanzen. Kaser: „Die aktuellen Öffnungsschritte sollten für uns alle - jung oder alt, gesund oder krank - eine Motivation sein, wieder in Bewegung zu kommen und das eigene Ernährungsverhalten kritisch zu überprüfen."

Wissen allein reicht nicht für Änderungen

Harald Sourij, Endokrinologe an der Medizinischen Universität Graz, betont: „Die Gefahren von Folgeerkrankungen durch zu viel Gewicht bei Menschen mit Diabetes sind bekannt, genauso wie Übergewicht als Risikofaktor, um einen Diabetes mellitus Typ 2 zu bekommen. Die meisten wissen auch genau, was dagegen getan werden sollte: mehr Bewegung mit Ausdauer- und Krafttraining und eine gesündere Nahrungsauswahl mit mehr Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Olivenöl und weniger Fleisch, Alkohol und Milchprodukte. Aber trotzdem fällt es vielen von uns schwer, diese Änderungen des Lebensstils konsequent und erfolgreich umzusetzen.“

Eine erfolgreiche Lebensstiländerung hänge vor allem von den Persönlichkeitsmerkmalen und Handlungsmöglichkeiten der jeweiligen Person ab, so der Psychiater Otto Lesch, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Suchtmedizin. Für eine Lebensstiländerung brauche es Zeit. „Dieses Bewusstsein brauchen sowohl jene Menschen selbst, die eine Lebensstiländerung anstreben als auch ihre betreuenden Therapeutinnen und Therapeuten“, so der Experte.

Ein individueller Plan mit realistischen Zielen

So unterschiedlich wie Menschen sind, so unterschiedlich ist auch der individuelle Weg zum Erfolg. Jeder und jede braucht andere Motivationsmechanismen, um gravierende Änderungen im eigenen Leben umzusetzen. Wichtig ist, dass sich die jeweilige Person die Änderung vorstellen kann und Ziele wählt, die konkret und erreichbar sind. Dafür sind viele kleine Schritte und eine langsame Umstellung meist leichter, als ein radikaler großer Schnitt, der mit Verlust- und Versagensängsten behaftet ist.

Misserfolge wegstecken, Erfolge feiern

Es kann immer wieder vorkommen, dass ein Vorhaben, wie mehr Bewegung zu machen oder seine Ernährung zu ändern, nicht so konsequent wie gewünscht durchgehalten wird. Lesch rät, sich diesem natürlichen Prozess bewusst zu stellen. „Machen Sie sich bewusst, dass Rückschläge auch ein Teil des Weges sind. Lassen Sie Verständnis für Fehlschläge zu und erhöhen Sie das Vertrauen in die eigenen Langzeiterfolge.“

Genauso wichtig wie der Umgang mit Niederlagen ist auch der Umgang mit Erfolgen. Belohnungssysteme und die Würdigung von Erfolgen helfen, einen Weg weiterzugehen. Auch hier kann jeder selbst für sich die richtigen Belohnungssysteme finden.

Gemeinsam geht es leichter

„Gemeinsam geht es leichter“ gilt sowohl für die eigentliche Tätigkeit als auch für die Beziehung mit der Therapeutin oder dem Therapeuten. Wenn es um eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten geht, ist es hilfreich, wenn die gesamte Familie das Thema gemeinsam angeht und nicht alle anderen im gewohnten Trott bleiben. Das erschwert die Veränderungsarbeit. Genauso macht Bewegung in Gesellschaft mehr Spaß als allein und man ist konsequenter, wenn jemand anderer auf einen wartet. Die einzelnen kleinen Zwischenziele der Verhaltensänderung gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt festzulegen, ist auch ein Akt der Gemeinsamkeit, der einen auf dem Weg unterstützt.

Mit mediterraner Kost in den Sommer

ÖDG-Präsidentin Kaser will zu gesunder Ernährung motivieren: „Viele von uns denken gerne an Ferien am Meer, an das Lebensgefühl und die Entspannung, die damit verbunden ist. Aus medizinischen Gründen empfiehlt die ÖDG die sogenannte mediterrane Kost, eine Ernährungsform, die gut schmeckt und dem Körper gut tut. Versuchen Sie die Umstellung der Ernährung mit dem guten Gefühl von Sonne, Strand und Meer zu verbinden, dann schmeckt das Gemüse mit Olivenöl gleich wie Urlaub.“

Weitere Informationen:

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