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Umstellung auf Sommerzeit: Kinder stärker betroffen

Kleiner Junge mit Uhr © Africa Studio
24.03.2017

Am kommenden Sonntag, 26.3., werden um 2:00 Uhr die Uhren auf 3:00 Uhr nach vorne gestellt – von Winter- auf Sommerzeit. Damit „verlieren“ wir eine Stunde unserer normalen Schlafzeit. Viele Menschen spüren diesen „Mini-Jetlag“ überhaupt nicht. Kinder und Jugendliche sind aber von der Umstellung stärker betroffen, sie sollten einem Schlafdefizit vorbeugen. Das betont Gerhard Klösch, Schlafforscher von der Universitätsklinik für Neurologie in einer Presseaussendung der Medizinischen Universität Wien (Med Uni Wien).

Das liegt zum einen an der Physiologie der jungen Menschen, andererseits an der ständigen Verfügbarkeit digitaler Endgeräte wie Handy, Tablet oder PC. Klösch: „Bis zum 10. Lebensjahr brauchen wir zwischen zehn und elf Stunden erholsamen Schlaf, als Jugendliche rund neun Stunden. Erst danach sind sieben Stunden ausreichend.“ Die Umstellung auf die Sommerzeit kostet Kinder und Jugendliche laut wissenschaftlichen Untersuchungen effektiv 32 Minuten Schlaf – und dieses Minus kann sich täglich über zwei Wochen hinziehen und kumulieren.  

Ausgeschlafen in die Nacht der Zeitumstellung 

Daher sollten die Kids darauf achten, dass sie nicht schon vor dem kommenden Sonntag in ein Schlafdefizit geraten. „Das Problem ist, dass digitale Endgeräte mit ihrem blauen Licht Schlaf rauben. Wichtig wäre also, zumindest in den vier, fünf Tagen davor handyfreie Zeiten am Abend zu planen und wenn möglich, eine halbe Stunde früher schlafen zu gehen“, sagt Klösch. Denn junge Menschen haben – im Gegensatz zu älteren – am Morgen noch eine Tiefschlafphase. „Je später sie schlafen gehen, desto später kommt diese Tiefschlafphase. Werden sie mittendrin geweckt, sind sie wie schlaftrunken. Das erhöht auch die Unfallgefahr im Straßenverkehr.“ 

Schlafdefizit und seine Folgen

Schon zu „normalen“ Zeiten bauen Kinder und Jugendliche über die Woche einen enormen „Schlafdruck“ auf, der sich dann am Wochenende bei vielen mit Schlafen bis zur Mittagszeit entlädt. Etwa jede/jeder Dritte braucht in der Früh einen Wecker, um in den Kindergarten oder in die Schule zu kommen. Die meisten Jugendlichen sind, chronobiologisch betrachtet, zudem noch „Abendmenschen“. Die Umstellung auf die Sommerzeit „befeuert“ also dieses Schlafdefizit noch zusätzlich und kann  für Stress-Intoleranz und ein Leistungstief sorgen. Das sollte auch den Lehrerinnen und Lehrern klar sein: „Tests am Montag nach der Umstellung sind daher nicht besonders ratsam“, meint Klösch.   

Generell ist Schläfrigkeit und Tagesmüdigkeit bei Jugendlichen ein weitreichendes Problem: Eine aktuelle britische Studie von Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftlern hat gezeigt, dass Jugendliche, die generell häufiger müde sind, nicht nur in der Schule auffällig sind, sondern auch später Probleme im sozialen Gefüge haben.  

Zeitumstellung aus Sicht der Schlafforschung unnötig 

Generell ist die Umstellung – egal ob von Winter- auf Sommerzeit oder umgekehrt – unnötig, sagt der Schlafforscher der MedUni Wien. Denn der menschliche Organismus passt sich ohnehin automatisch vor allem an den natürlichen Rhythmus des Lichts an. Klösch: „Sobald es wieder früher hell wird, passen wir uns an. Dazu brauchen wir keine Zeitumstellung. Licht ist ein optimaler Zeitgeber.“ Aus Sicht der Schlafforschung wäre es daher grundsätzlich besser, bei einer Zeit zu bleiben. 

Weitere Informationen: 

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