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Was bedeutet gesund Altern?

Seniorenpaar liegt vor Laptop © drubig-photo
02.04.2015

Gesund alt werden: Das wünscht sich wohl jeder Mensch. Frauen, die in Österreich leben und 60 Jahre alt sind, haben laut Statistik noch rund 25 Lebensjahre vor sich, Männer rund 21 Jahre Zeit, um den Lebensabend genießen zu können. Tatsächlich verbringen die Österreicherinnen/Österreicher die letzten acht bis zehn Jahre des Lebens allerdings mit gesundheitlichen Beschwerden, die ihre Lebensqualität beeinträchtigen.

In zehn Jahren, so schätzen Fachleute, werden in Österreich rund 350.000 Menschen von Gebrechlichkeit betroffen sein. Und rund 1,5 Millionen Personen leiden unter Einschränkungen ihrer Leistungsfähigkeit, als Vorstufe einer Gebrechlichkeit im Alter. Dazu zählen Muskelschwäche, Erschöpfung, eingeschränkte Mobilität im Alltag oder Sturzanfälligkeit. Beim Wiener Geriatriekongress 2015 Ende März stand daher ein zentrales Thema im Mittelpunkt: Wie kann die Lebensqualität im Alter erhalten werden?

Aktiv gesund bleiben im Alter

 „Prävention ist in jedem Alter sinnvoll“, erklärte Ursula Kunze vom Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien in ihrem Vortrag. Dazu gehört, sich bewusst mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen. Wichtig, um eine hohe Lebensqualität zu erhalten, sind ein gesunder Lebensstil, Nichtrauchen, soziale Kontakte, seelische Gesundheit, Sturzvorbeugung und Impfen.

„Ab dem 50. Lebensjahr lässt das Immunsystem deutlich nach, und der Körper wird für Krankheiten anfälliger“, so Kunze. Infektionskrankheiten haben bei älteren Personen oft einen schweren Verlauf. Impfungen sollten nach dem aktuellen Impfplan stets rechtzeitig aufgefrischt werden.

Sturzfallen sind in den eigenen vier Wänden oft versteckt, z.B. Teppiche. Zum sicheren Wohnen gehört, diese Fallen zu beseitigen. Auch körperliche Fitness beugt Stürzen vor. Empfohlen wird regelmäßiger Ausdauersport, ein- bis zweimal pro Woche Krafttraining und vor allem viel Bewegung im Alltag. In puncto Ernährung betont die Sozialmedizinerin Kunze, dass besonders ältere Menschen dazu neigen, zu wenig zu trinken.

Hitze in der Stadt als Gesundheitsrisiko

Apropos Trinken: Hitzeperioden sind für betagte Menschen mit einem geschwächtem Herz-Kreislauf-System eine große Belastung. Die Sterblichkeitsraten steigen an sehr heißen Tagen deutlich an. In dicht verbauten, städtischen Gebieten entstehen Hitzeblasen, die auch über Nacht nicht abkühlen, weiß Daniela Haluza vom Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien. Eine Linderung des Hitzeproblems können Grünoasen bringen, z.B. Parks, begrünte Dächer oder begrünte Hausfassaden.

Intelligente Helfer für zuhause

Im Auto sind elektronische Hilfsmittel wie ABS, GPS oder Einparkhilfen schon selbstverständlich. In der Wohnung könnten sie das Leben von Seniorinnen und Senioren sicherer und bequemer machen. Der Begriff Ambient Assisted Living bezeichnet Technologien, die den Alltag in den eigenen vier Wänden erleichtern sollen.

Dazu zählen laut dem Sozialmediziner Christian Siegel telemedizinische Geräte, die z.B. Messwerte von Blutdruck- oder Blutzuckerwerte einer Patientin/eines Patienten automatisch an die Ärztin/den Arzt zur Kontrolle übertragen. Bewegungssensoren im Bad oder Wohnzimmer schlagen bei Stürzen Alarm. Mittels am Handgelenk getragener Notruftaste kann eine Person jederzeit Hilfe rufen. Und Technologie-vertraute Seniorinnen/Senioren können über einen Tablet-Computer „Essen auf Rädern“ bestellen oder die Jalousien bedienen.

Die Möglichkeiten intelligenter Hilfe für zuhause sind vielfältig. Wie Erfahrungen zeigen, können die neuen Technologien das subjektive Sicherheitsgefühl stärken. Auch die Zahl der Arztbesuche würde sinken. Insgesamt wurden am Geriatriekongress viele Möglichkeiten und Wege aufgezeigt, um ein Altern mit guter Lebensqualität zu ermöglichen.

Weitere Informationen: 

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