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Apfelsäfte auf dem Prüfstand

Äpfel und Saft © bodyartimages
30.03.2015

In Österreich werden pro Kopf und Jahr in etwa 25 Liter Fruchtsäfte getrunken. Davon entfallen rund sieben Liter auf Apfelsaft. Klar oder naturtrüb, Direktsaft oder Konzentrat – die Auswahl ist groß.

Um den Durchblick im Supermarkt zu bewahren, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) 20 Apfelsäfte auf ihre Zusammensetzung, die Herkunft und das Vorhandensein von Schwermetallen, Pflanzenschutzmitteln sowie Schimmelpilzgiften überprüft. Da der Fruchtsaft auch schmecken soll, wurde zudem eine Verkostung mit Laien und Expertinnen/Experten durchgeführt. Zehn Direktsäfte, neun Apfelsäfte aus Konzentrat und ein naturtrüber Saft mit Zimtaroma waren im Testlabor.

Hinweis Zur Herstellung eines Konzentrats wird Apfelsaft auf ein Sechstel seines Volumens eingedickt, meist gefiltert und bei Bedarf mit Wasser rückverdünnt. Direktsaft wird wie gepresst abgefüllt und ist meist naturtrüb.

Der Apfelsaft-Test im Detail

  • Zehn von 20 Säften erhielten die Note „sehr gut“, vier „gut“, fünf „durchschnittlich“, ein Saft war „weniger zufriedenstellend“.
  • Bei allen Säften gab es bezüglich Schwermetallen, Pflanzenschutzmitteln und Schimmelpilzgiften (Patulin) keine Beanstandungen.
  • Die Hälfte der Säfte enthielten teilweise oder zur Gänze Äpfel aus dem Ausland. Fremde Herkunftsländer waren meist Polen und Ungarn. Säfte aus Konzentrat werden deutlich häufiger aus importierten Äpfeln hergestellt.
  • Die meisten Säfte mit österreichischer Herkunft waren Direktsäfte.
  • Nur ein Saft aus Konzentrat zeigte einen erhöhten 5-HMF-Wert, ein Hinweis auf Wärme- und Lagerschäden. Aus gesundheitlicher Sicht kann dieses Produkt aber trotzdem bedenkenlos getrunken werden.
  • Direktsaft hat einen höheren Gehalt an gesundheitsförderlichen sekundären Pflanzenstoffen wie z.B. Polyphenolen, da diese an Trübstoffe gebunden sind.
  • Die Säfte enthielten zwischen 94 und 120 Gramm Zucker pro Liter. Direktsäfte enthalten tendenziell etwas mehr Zucker als Apfelsäfte aus Konzentrat.
  • Apfelsaft aus Konzentrat ist mit 0,79 bis 1,67 Euro/Liter billiger als Direktsaft mit 0,79 bis 1,99 Euro/Liter. Aber: In beiden Gruppen sind die billigsten Vertreter mit 0,79 Euro/Liter gleich teuer! Ausreißer: Ein Apfelsaft um 5,80 Euro/Liter – laut Etikett mit „Zimt veredelt“: Enthalten war kein echter Zimt, sondern nur Aroma.
  • In der Verkostung schnitten Direktsäfte deutlich besser ab: Unter den acht „Sehr gut“-Noten waren sieben Direktsäfte vertreten.

Rückverdünnt und abgefüllt in Österreich

Auch bei Apfelsaft sind wie bei vielen anderen Lebensmitteln klassische Irreführungen auf den Verpackungen zu finden: „Bilder mit heimatlicher Idylle und rot-weiß-roten Flaggen sagen noch lange nichts über die tatsächliche Herkunft des Produktes aus“, so Franz Floss, Geschäftsführer des VKI. Diesbezüglich fielen zwei Säfte auf, bei denen lediglich in Österreich rückverdünnt und abgefüllt wird bzw. die Äpfel nur zum Teil aus Österreich stammten.

Hinweis Apfelsaft darf in Österreich per Gesetz nicht aufgezuckert werden. Enthalten ist immer fruchteigener Zucker. Werbeauslobungen wie „kein Zucker zugesetzt“ sind daher selbstverständlich.

Gesund, ja aber . . .

. . . auch Fruchtsäfte sollten nur in Maßen getrunken werden. Um einen Liter Apfelsaft zu erhalten, werden zirka 1,5 kg Äpfel gepresst. Es ist daher in Apfelsaft (von Natur aus) viel Zucker enthalten. Ein Liter Apfelsaft liefert allein aus Zucker 400 bis 500 Kilokalorien. „Wer einen Liter Apfelsaft trinkt, nimmt umgerechnet zwischen 24 und 30 Stück Würfelzucker zu sich. Daher ist es ratsam, Apfelsaft mit Wasser zu verdünnen“, so die Empfehlung der VKI-Ernährungsexpertin Birgit Beck.

Hinweis Ein Glas Direktsaft sollte maximal eine Portion Obst gemäß der „5 a day“-Empfehlung zum Verzehr von Gemüse und Obst ersetzen.

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