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Unter der Lupe: Sport gegen Depressionen?

Läuferin © magdal3na
27.02.2014

Ist Sport ein angemessenes und wirksames Mittel gegen Depressionen? Die aktuelle wissenschaftliche Beweislage zu dieser Frage untersuchten die Expertinnen und Experten von medizin-transparent. Das Ergebnis: Bisherige Studien deuten darauf hin, dass Sport tatsächlich die Beschwerden von depressiven Patientinnen/Patienten etwas lindern kann.

Allerdings darf man von gezielter, regelmäßiger Bewegung keine Wunder erwarten. Sport kann anerkannte Therapieformen – Psychotherapien und Antidepressiva – nicht ersetzen. Bei Patientinnen und Patienten, die ansonsten keine medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlung erhalten, kann nur ein mäßiger positiver Effekt nachgewiesen werden.

So kann Bewegung gegen Depressionen wirken

Für einen positiven Einfluss von Bewegung und Sport auf Depressionsbeschwerden sprechen folgende Punkte:

  • Bewegung und Sport kann die Stimmung heben, den Antrieb steigern und Depressions-Symptome lindern.
  • Bewegung lenkt von negativen Gedanken und Grübeleien ab.
  • Das Erreichen sportlicher Ziele bringt Erfolgserlebnisse und stärkt das Selbstwertgefühl.
  • Sport in der Gruppe schafft sozialen Rückhalt.

Bewegungsprogramm mit Ärztin/Arzt abstimmen

Ärztinnen und Ärzte empfehlen zwar ihren depressiven Patientinnen und Patienten gerne sportliche Aktivitäten. Jedoch sind spezielle Bewegungsangebote laut medizin-transparent kein fixer Bestandteil der Depressionstherapie. Wenn Betroffene mit Sport beginnen möchten, um selbst etwas gegen die depressiven Beschwerden zu unternehmen, sollten sie sich jedenfalls mit ihrer Ärztin/ihrem Arzt absprechen und klären, welche Bewegung für sie persönlich geeignet ist und welche Erwartungen realistisch sind.

Offene Forschungsfragen

Offen ist, welchen Nutzen verschiedene Sport- und Bewegungsangebote, z.B. Krafttraining, Ausdauertraining oder Mischformen, haben. Auch ist nicht klar, bei welchen Formen und Schweregraden der Depression Bewegung angebracht sein kann und bei welchen nicht. So ist es Menschen mit einer schweren Depression oft gar nicht möglich, die Energie aufzubringen, Bewegung zu betreiben. Eine derartige Empfehlung könnte sie noch zusätzlich belasten.

Über medizin-transparent

„medizin-transparent.at“ bewertet die Wirksamkeit von medizinischen Behandlungen oder Interventionen anhand der wissenschaftlichen Beweislage (Evidenz). Das Angebot unterstützt dabei, informierte Gesundheitsentscheidungen zu treffen. Die Web-Seite ist ein Service des Departments für evidenzbasierte Medizin und klinische Epidemiologie an der Donau-Universität Krems.

Weitere Infos:

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