Gesundheitsversorgung von Menschen mit intellektuellen Behinderungen: Wissen und Kompetenzen stärken
Inhaltsverzeichnis
Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderungen
Menschen mit Behinderungen nehmen Gesundheitsleistungen in unterschiedlichen Lebensphasen und Versorgungsbereichen in Anspruch. Behinderungen können sichtbar oder nicht sichtbar sein und sich beispielsweise auf Kommunikation, Orientierung, Mobilität oder den Zugang zu Gesundheitsinformationen auswirken. Je nach individueller Situation können sich unterschiedliche Bedarfe und Anforderungen im Berufsalltag ergeben.
Für Gesundheitsberufe sind daher neben dem medizinischen Fachwissen insbesondere eine barrierefreie Kommunikation, ein respektvoller Umgang mit unterschiedlichen Lebensrealitäten, die Förderung von Teilhabe und auch interprofessionelle Zusammenarbeit von Bedeutung.
Diese Themen werden in Aus- und Fortbildungen bislang oft nur begrenzt berücksichtigt. Die auf dieser Seite zusammengestellten Inhalte unterstützen dabei, Wissen zu vertiefen, kommunikative Fähigkeiten zu stärken und unterschiedliche Bedürfnisse im Versorgungsalltag zu berücksichtigen.
E-Learning: Gesundheitsversorgung von Menschen mit intellektueller und Mehrfachbeeinträchtigung
Die folgenden Schulungsvideos wurden vom Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen im Rahmen des Projekts „GeKo-Wien. Sicherung einer nachhaltigen und kompetenten Gesundheitsversorgung für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und Kommunikationsschwierigkeiten“ entwickelt. Sie richten sich an Angehörige gesetzlich geregelter Gesundheitsberufe sowie an angrenzende Berufsgruppen im Gesundheits- und Sozialwesen.
Im Fokus steht die Gesundheitsversorgung von Menschen mit intellektueller und Mehrfachbeeinträchtigung. Anhand praxisnaher Situationen aus dem Berufsalltag im Gesundheitsbereich werden folgende Themen vermittelt:
- medizinisches Basiswissen
- häufige Erkrankungen bei Menschen mit intellektueller und Mehrfachbeeinträchtigung
- Differentialdiagnosen
- Anamnese und Gesprächsführung
- Schmerzbeurteilung und Schmerzbehandlung
- inter- und multidisziplinäre Zusammenarbeit
- Verhaltensauffälligkeiten und deren Ursachen
- medikamentöse Therapie
Anhand eines Patientenfalls wird ein praktisches Beispiel aus dem Berufsalltag aufgegriffen.
Das E‑Learning kann zeit- und ortsunabhängig im Selbststudium absolviert werden und dient der eigenständigen fachlichen Weiterbildung.
E-Learning starten: lms.goeg.at
- Dauer: ca. 1 Stunde I flexibel nutzbar
- Kapitel 1: Einleitung und Überleitung
- Kapitel 2: Medizinisches Basiswissen
- Kapitel 3: Inter- und multidisziplinäre Herausforderungen
- Kapitel 4: Patientenfall
- Kapitel 5: Wichtigste Erkenntnisse der Expertinnen und Experten
Nachdem Sie die Videos angesehen haben, können Sie Ihr Wissen testen, indem Sie das Quiz im E-Learning absolvieren.
Lesenswertes und Materialien für die Praxis
Die folgenden Berichte, Leitfäden und Informationsangebote unterstützen Sie mit Hintergrundwissen und praxisnahen Impulsen für den Berufsalltag.
Daten und Fakten
Die Berichte „Menschen mit Behinderungen in Österreich I–III“ von Statistik Austria bieten einen umfassenden Überblick über die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen in Österreich. Behandelt werden unter anderem die Themen Gesundheit, Wohnen, Bildung, Arbeit, Wohnen im institutionellen Setting für Menschen mit „registrierter“ Behinderung, soziale Teilhabe und Unterstützungsbedarf.
- Menschen mit Behinderungen in Österreich I: Erhebungsübergreifende Datenauswertung aktueller Befragungen anhand des GALI-Indikators zu gesundheitsbedingten Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten als Stellvertretervariable für Behinderung
- Menschen mit Behinderungen in Österreich II: Demographische Merkmale von Personen mit „registrierter Behinderung“ 2022
- Menschen mit Behinderungen in Österreich III: Bildung, Erwerbstätigkeit und institutionelles Wohnen von Menschen mit „registrierter Behinderung“ 2022
Wichtige Grundlagendokumente
Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention, UN-BRK) ist ein internationaler Vertrag, in dem sich die Unterzeichnerstaaten verpflichten, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten.
Der Nationale Aktionsplan Behinderung (NAP Behinderung) ist die langfristige Strategie des Bundes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.
Kommunikation und Umgang
Eine wertschätzende und barrierefreie Kommunikation ist zentral für eine gute Gesundheitsversorgung. Die folgenden Materialien bieten praxisnahe Orientierung:
- Leitfaden der Landeshauptstadt München: Kommunikation und Umgang mit Menschen mit Behinderungen
- Diakonie Österreich: Respektvoll reden
Infobox: Barrierefreie Kommunikation
Gesundheitsinformationen sollten möglichst verständlich aufbereitet, leicht zugänglich und einfach nutzbar sein, damit Menschen informierte Entscheidungen über ihre Gesundheit treffen können.
Maßnahmen sind:
- Informationen in verständlicher oder Leichter Sprache bereitstellen
- gut lesbare Dokumente mit einer klaren Struktur und ausreichend großer Schrift verwenden
- Bilder, Piktogramme oder andere visuelle Hilfsmittel einsetzen
- Videos mit Untertiteln oder in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) anbieten
- ausreichend Zeit für Gespräche und Rückfragen einplanen
- auf Wunsch Vertrauenspersonen oder unterstützende Personen einbeziehen
- digitale Inhalte barrierefrei gestalten
Weiterführende Informationen und Unterstützungsangebote
- Die Infoplattform für Pflege und Betreuung pflege.gv.at bietet Informationen zu Unterstützungsangeboten, Beratung, Alltag, Mobilität, Wohnen, Pflege und rechtlichen Themen im Zusammenhang mit Behinderung.
- Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) informiert zu Behinderung, Barrierefreiheit, Gleichstellung, Teilhabe und Unterstützungsangeboten sowie zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.
Beide Websites stellen Inhalte in Leichter Sprache sowie Gesundheitsinformationen in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) bereit und unterstützen einen barrierearmen Zugang zu Gesundheitsinformationen.
Weitere Unterstützungsangebote sind:
- Projekt „Besser Leben“: Informationen rund um das Thema Gesundheit sind barrierefrei, leicht verständlich und in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) aufbereitet.
- „BAKO-Toolbox“ des Dachverbands Wiener Sozialeinrichtungen: Tools zur barrierearmen Kommunikation mit Menschen mit Behinderungen werden zur Verfügung gestellt.
Hinweis
In Österreich wurden in den vergangenen Jahren unterschiedliche Maßnahmen und Angebote zur Förderung einer inklusiven und barrierefreien Gesundheitsversorgung entwickelt. Diese Informationsseite wurde im Rahmen der Zielsteuerung-Gesundheit erstellt.
- Konsenspapiere mit Institutionen (Justizministerium)
- WHO (2022): Global report on health equity for persons with disabilities. Online abgerufen im Mai 2026 unter www.who.int.
- WHO (2011): World report on disability. Online abgerufen im Mai 2026. Online abgerufen im Mai 2026 unter www.who.int.
Erstellt durch: Gesundheit Österreich GmbH, Abt. Qualitätssicherung und Patientensicherheit