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Brustkrebs

Abtasten der Brust © fotolia/Forgiss

Bei Brustkrebs kommt es zu einer Veränderung des Brustdrüsengewebes, bei der sich ein oder mehrere bösartige Tumoren bilden. Ein Tumor an sich ist eine lokale Geschwulst im Gewebe, die entweder gutartig oder bösartig sein kann. Die Diagnose Brustkrebs liegt nur bei einem bösartigen Tumor vor. Etwa drei Viertel aller Brusttumoren sind allerdings gutartigeTumoren, die oft nicht behandelt werden müssen. Ob ein Tumor gutartig oder bösartig ist, wird durch die mikroskopische Untersuchung von Gewebe (Biopsie) geklärt . . .

Brustkrebs: Was ist das?

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Frauen in Österreich. Diese hohe Verbreitung ist in allen westlichen Industrieländern gleich. Brustkrebs entsteht – wie jede Art von Krebs – durch eine Fehlsteuerung des Zellwachstums. Die meisten Zellen im Körper erneuern sich ständig durch die Zellteilung. Dabei übernehmen die neuen Zellen die Aufgaben der alten. Der Bauplan einer neuen Zelle, der genetische Code, ist auf der DNA der Zelle (Desoxyribonukleinsäure/DNS) gespeichert. Nach dem Stand der Wissenschaft wird Krebs durch Veränderungen im Genmaterial einer Zelle (Genmutation) verursacht. Die Krebsursprungszelle bildet entweder neue Zellen, obwohl sie der Körper nicht benötigt, oder alte Zellen sterben nicht ab, obwohl dies entsprechend ihrem Lebenszyklus der Fall sein sollte. Durch spezielle Wachstumsfaktoren wird die Vermehrung von Krebs begünstigt. Krebszellen schaffen sich auch eine eigene Blutversorgung und bilden Eiweißstoffe, die es ermöglichen, in umliegendes Gewebe einzudringen.

Brustkrebs: Vorbeugung

Viele Krebserkrankungen gelten heute als vermeidbar, so auch Brustkrebs. Krebsforscher begründen diese Aussage damit, dass nur rund fünf Prozent der Krebsfälle erblich bedingt sind. Die Lebensumstände spielen eine entscheidende Rolle bei der Krebsentstehung. So zeigen Studien über Einwanderer und Auswanderer (Migrationsstudien), dass bei Familien aus Ländern mit geringer Krebshäufigkeit innerhalb weniger Generationen das Krebsrisiko auf das ihrer neuen Umwelt ansteigt. Übergewicht, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel sowie soziale Faktoren und Umweltursachen gelten als wichtige Risikofaktoren. Ein gesunder Lebensstil kann nicht nur Krebs vermeiden, sondern auch anderen chronischen Krankheiten, wie Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen, vorbeugen.

Brustkrebs: Früherkennung

In der Früherkennung von Brustkrebs spielt die Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust) eine maßgebliche Rolle. Besonders wenn Brustkrebs in einem Frühstadium erkannt wird, sind die Heilungschancen dank moderner medizinischer Behandlungen gut.
Eine wichtige Rolle in der Früherkennung spielt das Brustkrebsrisiko. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann anhand verschiedener Faktoren – wie der familiären Vorbelastung, des Alters, der Brustdichte oder der Lebensgewohnheiten – feststellen, ob ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht, und eventuell weitere Untersuchungen verordnen.

Brustkrebs: Früherkennungsprogramm

Das neue österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm startete 2014. Es bringt mehr Qualität bei den Mammografie-Untersuchungen und ein bundesweites Einladungssystem. Zum ersten Mal gibt es damit in Österreich ein systematisches und standardisiertes Brustkrebs-Früherkennungsprogramm. Die Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust) gilt derzeit als die zuverlässigste Methode, um Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium zu erkennen, wodurch die Heilungs- und Überlebenschancen steigen.

Selbstuntersuchung der Brust

Medizinerinnen und Mediziner empfehlen, dass Frauen ab dem 25. Lebensjahr jeden Monat eine Selbstuntersuchung der Brust durchführen sollen, um Veränderungen im Brustgewebe zu bemerken. Bei unklaren Veränderungen sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Frauen mit erhöhtem familiärem Risiko sollten mit der Selbstuntersuchung ab dem 18. Lebensjahr beginnen und in Rücksprache mit der Gynäkologin/dem Gynäkologen individuelle Früherkennungsmaßnahmen treffen. Ab 40 Jahren besteht für Frauen die Möglichkeit einer Teilnahme am österreichischen Brustkrebsfrüherkennungsprogramm.

Brustkrebs: Diagnose (Mammografie, Ultraschall)

Für die Abklärung eines Verdachts auf Brustkrebs ist zunächst eine ärztliche Untersuchung notwendig. Danach wird in der Regel eine Mammografie (Bruströntgen) durchgeführt. Sie ist die Standarduntersuchung der bildgebenden Verfahren zur Brustkrebsdiagnose. Bildgebende Untersuchungen ergeben einen Wahrscheinlichkeitsbefund, aus dem hervorgeht, ob eine genauere histologische Untersuchung (mikroskopische, „feingewebliche“ Analyse) einer Gewebeprobe notwendig ist. Wenn Sie eine ungewöhnliche Veränderung Ihrer Brust bemerken, ist eine Abklärung durch eine Ärztin oder einen Arzt notwendig. Die Diagnostik von Brustkrebs stützt sich auf klinische, bildgebende und invasive Verfahren (Gewebsentnahmen). 

Brustkrebs: Weiterführende Diagnose

Um feststellen zu können, ob eine verdächtige Veränderung des Gewebes gutartig oder bösartig ist, sind Gewebeproben der Brust notwendig. Die Gewebsentnahmen erfolgen mittels Biopsie. Die entnommenen Proben werden auf Krebszellen histologisch untersucht. Bei einem gutartigen histologischen Befund schlägt die Ärztin bzw. der Arzt in der Regel eine baldige Kontrolle vor. Im Falle eines bösartigen Befundes wird eine Therapie mit der Patientin geplant. Im histologischen Befund wird auch die genaue Krebsart festgestellt.

Brustkrebs: Therapie

Nach der Diagnose „Brustkrebs“ hat die Patientin Zeit zu entscheiden, in welchem Spital die Erstbehandlung durchgeführt werden soll. Brustkrebsoperationen finden stationär in Spitälern an speziellen chirurgischen oder gynäkologischen Abteilungen oder an Brustzentren statt. Die anschließenden Therapien werden teilweise stationär oder ambulant durchgeführt. Die klinische Behandlung von Brustkrebs beginnt mit der Planung der Operation und der ergänzenden Maßnahmen. Die wichtigste Therapiemaßnahme ist die vollständige Entfernung des Tumors aus der Brust durch eine Operation. Ergänzende Behandlungen sind Strahlentherapien und medikamentöse Behandlungen. Die Maßnahmen haben das Ziel, das Krebswachstum zu stoppen und eine Ausbreitung im Körper zu verhindern.

Brustkrebs: Rehabilitation & Nachsorge

Die Brustkrebspatientinnen auf ihrem Heilungsweg zu betreuen, ist das Ziel der medizinischen Rehabilitation und der Nachsorge. Die Patientinnen werden mit medizinischen Maßnahmen dabei unterstützt, wieder gesund zu werden und möglichst rasch ihr Wohlbefinden wiederzuerlangen. Die Rehabilitation schließt gleich an die Brustkrebsbehandlung an. Bei Frauen, die eine Brustoperation hinter sich haben, liegt der Schwerpunkt der Rehabilitation auf Maßnahmen, die einem Lymphödem vorbeugen. Die ersten Nachsorgeuntersuchungen beginnen schon während der Rehabilitation oder kurz danach und dauern mindestens zehn Jahre.

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