Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
junge Frau im Rollstuhl im Büro © auremar

Berufliche Rehabilitation

Während die medizinische Rehabilitation zum Ziel hat, nach Unfall oder Krankheit die körperliche oder psychische Leistungsfähigkeit wiederherzustellen, steht bei der beruflichen Rehabilitation die Förderung der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt im Vordergrund.
Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation sollen Betroffenen ermöglichen, wieder in ihrem früheren Beruf Fuß zu fassen oder in einem anderen Arbeitsbereich tätig zu werden . . .

Ziel der beruflichen Rehabilitation

Ziel der beruflichen Rehabilitation ist es, Menschen mit einer Behinderung wieder in die Lage zu versetzen (durch berufliche Weiterbildungsmaßnahmen oder Umschulung), ihren früheren oder, wenn nicht möglich, einen neuen Beruf auszuüben, und damit eine dauerhafte Eingliederung in Arbeit, Beruf und Gesellschaft zu ermöglichen.

Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation

Grundsätzlich stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um beruflich wieder aktiv zu werden. Es gibt Maßnahmen, die den Arbeitsplatz erhalten sollen, aber auch Aus- und Weiterbildungsangebote, die Betroffenen neue berufliche Perspektiven ermöglichen können. Bei der Auswahl der Maßnahmen werden individuell unterschiedliche Faktoren wie Eignung, Neigung oder die bisherige Tätigkeit berücksichtigt. Diese Maßnahmen können allein oder auch ergänzend zu einer bereits erfolgten medizinischen Rehabilitation durchgeführt werden.

Zu den Leistungen der beruflichen Rehabilitation zählen u.a.:

  • Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes
  • Förderung der Arbeitsaufnahme
  • Maßnahmen zur Berufsfindung
  • berufliche Anpassung, Fortbildung, Ausbildung und Umschulung
  • Adaption des Arbeitsplatzes

Allgemeine Voraussetzungen

Berufliche Maßnahmen der Rehabilitation können im Bereich der Sozialversicherung von einem Unfallversicherungsträger (in Zusammenhang mit einem Arbeitsunfall bzw. einer Berufskrankheit) oder von einem Pensionsversicherungsträger erbracht werden. Für vor 1.1.1964 geborene Versicherte und selbständig Erwerbstätige besteht bei Erfüllung der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen ein Rechtsanspruch auf Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation.

Invalidätspension

Mit Jänner 2014 trat für unselbständig Erwerbstätige eine umfassende Reform des Invaliditätspensionsrechts in Kraft mit dem Ziel, Menschen länger im Erwerbsleben zu halten und die Zahl der Invaliditätspensionen zu verringern. Der Grundsatz „Rehabilitation vor Pension“ soll verstärkt in den Vordergrund treten. Eine befristete Gewährung einer Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension kommt für ab 1.1.1964 geborene Versicherte nicht mehr in Betracht. Stattdessen wird Rehabilitationsgeld oder Umschulungsgeld gewährt.

Für Arbeitnehmerinnen / Arbeitnehmer, die vorübergehend invalid bzw. berufsunfähig sind, die ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können und für die berufliche Rehabilitationsmaßnahmen zweckmäßig und zumutbar sind, soll eine berufliche Umschulung (jedoch nicht unter das bisherige Qualifikationsniveau) erfolgen. Als Geldleistung ist Umschulungsgeld vorgesehen. Die Berechnung, Gewährung und Auszahlung des Umschulungsgeldes sowie die Durchführung der beruflichen Maßnahmen der Rehabilitation obliegen dem Arbeitsmarktservice.

Wohin kann ich mich wenden?

Ein beim Pensionsversicherungsträger eingebrachter Antrag auf eine Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension gilt vorrangig als Antrag auf Rehabilitation. Um unabhängig von einem Antrag auf Pension Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation zu erhalten, müssen Betroffene einen Rehabilitationsantrag stellen. Unter folgendem Link haben Sie die Möglichkeit, einen Antrag auf Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation zu stellen: Onlineantrag – berufliche Maßnahmen der Rehabilitation

Für Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation sind unterschiedliche Stellen zuständig. Berufliche Maßnahmen der Rehabilitation können im Bereich der Sozialversicherung von einem Unfallversicherungsträger (AUVA, BVA, SVB, VAEB) – in Zusammenhang mit einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit – oder von einem Pensionsversicherungsträger – nach Privat- oder Freizeitunfall bzw. Erkrankung (z.B. PVA, SVA, SVB, VAEB) – bewilligt werden.

Neben den Sozialversicherungsträgern gibt es noch weitere Rehabilitationsträger, wie z.B. das Arbeitsmarktservice (AMS), die Bundessozialämter oder die jeweiligen Landesregierungen. Wer ein Rehabilitationsträger ist, wird im Bundesbehindertengesetz geregelt. Der größte und wichtigste Vertragspartner der Rehabilitationsträger ist bei der Erbringung von beruflichen Rehabilitationsmaßnahmen das Berufliche Bildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ).

Hinweis Während der beruflichen Rehabilitation erhalten Sie Übergangsgeld zur Sicherung der Existenz. Das Übergangsgeld wird monatlich im Nachhinein bezahlt.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse