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Kinder machen Gymnastikübungen © Photographee.eu

Kinder-Reha in Österreich

Nicht nur Erwachsene müssen nach einer schweren Krankheit wieder fit für den Alltag werden. Auch Kinder brauchen nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall rehabilitative Unterstützung. Bisher wurden kranke Kinder für eine Rehabilitation entweder gemeinsam mit Erwachsenen betreut oder mussten nach Deutschland ausweichen, da es in Österreich keine speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichteten Reha-Plätze gab. Die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich jedoch in vielerlei Hinsicht von der Rehabilitation im Erwachsenenbereich. Seit 2016 gibt es auch in Österreich die ersten Kinder-Rehabilitationszentren. 

Rehabilitationszentren für Kinder

Rund 5.000 Kinder und Jugendliche in Österreich benötigen aufgrund einer schweren Erkrankung oder Behinderung eine stationäre Rehabilitation. Im aktuellen Rehabilitationsplan ist der Bedarf an Kinder-Rehabilitationszentren für ganz Österreich in vier Versorgungsregionen aufgeteilt, in denen für elf Indikationen insgesamt 343 Betten für Kinder und Jugendliche vorgesehen sind sowie 50 Betten für Angehörige im Bereich Onkologie. Neben der Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen, bei der sowohl körperliche als auch psychische und soziale Aspekte berücksichtigt werden sollen, wird jungen Patientinnen/Patienten auch Schulunterricht sowie Freizeitgestaltung ermöglicht.

Versorgungszone Süd

  • Gratwein-Straßengel (Steiermark): mobilisierende Indikationen

  • Wildbad Einöd (Steiermark): Herz-Kreislauf- und Pulmologie-Rehabilitation mit 28 Betten und psychosozialer Rehabilitation mit 24 Betten.

Versorgungszone Nord

Oberösterreich-Salzburg: 109 Betten für Kinder und Jugendliche sowie 50 für Familien von jungen Krebspatientinnen/Krebspatienten.

  • Rohrbach (Oberösterreich): Kinder-Reha mit 77 Betten mit den Indikationen pulmologische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-, psychosoziale und mobilisierende Rehabilitation.
  • St. Veit im Pongau (Salzburg): für junge Krebspatientinnen/Krebspatienten sowie Indikation Stoffwechsel und Verdauungsapparat mit 32 Betten sowie 50 Betten für die familienorientierte Nachsorge in der Onkologie 

 Versorgungszone Ost 

  • Bad Erlach (Niederösterreich ): Neben 114 Betten, 67 in der mobilisierenden und 47 in der psychosozialen Rehabilitation, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, werden 77 Betten für Begleitpersonen eingerichtet. Das Kinderzentrum in Bad Erlach soll im Frühjahr 2019 eröffnet werden.  

 Versorgungszone West 

  • Wiesing (Tirol): mobilisierende Rehabilitation mit 22 Betten und psychosoziale Rehabilitation mit 15 Betten. Weiters gibt es 22 Betten für Begleitpersonen.


Wer hat Anspruch auf Kinder- und Jugend-Rehabilitation? 

Grundsätzlich haben Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr die Möglichkeit, eine Rehabilitation in einem Kinder- und Jugend-Rehazentrum in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung ist ein ärztlicher Befund, der eine Rehabilitation in einem spezialisierten Zentrum als sinnvoll erachtet.  

Wie lange ist die Dauer der Rehabilitation?

Die Dauer von medizinischer Rehabilitation richtet sich nach den angestrebten Rehabilitationszielen. Bei Kindern und Jugendlichen - gegenüber Erwachsenen - sind neben medizinischen insbesondere alters- und entwicklungsspezifische Aspekte im Festlegen der Rehabilitationsdauer zu berücksichtigen. Grundsätzlich dauert ein stationärer Rehabilitationsaufenthalt – je nach Indikation – drei Wochen. Aus medizinischen Gründen kann in manchen Fällen auch eine Verlängerung notwendig sein.  

Können Begleitpersonen mit aufgenommen werden?

Eltern bzw. Bezugspersonen sollen in die Rehabilitation miteinbezogen werden, da durch deren Mitwirkung die Rehabilitationsziele meist schneller erreicht werden können. Vor allem bei jüngeren Kindern ist die Mitaufnahme einer Begleitperson für die Dauer des Rehabilitationsaufenthaltes meist notwendig. Darüber hinaus ist in Einzelfällen die Aufnahme von Geschwistern möglich, beispielsweise wenn die Mutter stillt. Bei den kleinen Krebspatientinnen/Krebspatienten ist vorgesehen, dass die ganze Familie mitkommen kann. 

Hinweis Begleitpersonen erhalten keine medizinischen Behandlungen. Sie werden aber u.a. in Schulungen zum besseren Umgang mit der Krankheit der jungen Patientinnen/Patienten eingebunden, um das Gelernte im Alltag umzusetzen.

Wann ist eine Rehabilitation für Kinder und Jugendliche nicht möglich?

Zu den absoluten Kontraindikationen zählen u.a.:

  • akute Selbst- oder Fremdgefährdung
  • dekompensierte Krankheitszustände mit schweren Funktionseinschränkungen diverser Organsysteme (z.B. Herz-, Nieren- und Leberinsuffizienz, akutes Querschnittsyndrom, unbehandelte hormonelle Entgleisungen, akute psychische Störungen), für die in der Rehabilitationseinrichtung keine ausreichende pädiatrische Expertise vorgehalten werden kann
  • schwerwiegende Infektionskrankheiten und akute Entzündungsprozesse
  • Beatmungspflicht

Bei Vorliegen nachfolgender Zustände, Situationen und Erkrankungen ist die individuelle Einschätzung der Rehabilitationsprognose bzw. die individuelle Prüfung der Risikokonstellation durch den Sozialversicherungsträger erforderlich, gegebenenfalls in Abstimmung mit der Einrichtung:

  • nicht ausreichende diagnostische Abklärung
  • Dialysepatienten/-patientinnen (enge Zusammenarbeit zwischen Rehabilitandin/Rehabilitand, Kostenträger, Rehabilitationseinrichtung und Dialysestation)
  • ausgeprägte Immunschwäche
  • Drogenabhängigkeit und Alkoholkrankheit bei Jugendlichen
  • Teenagerschwangerschaft

Was ist bei der Antragstellung zu berücksichtigen?

Um Leistungen zur medizinischen Rehabilitation für Kinder und Jugendliche zu erhalten, müssen Betroffene einen Rehabilitationsantrag für Kinder und Jugendliche stellen. Das ausgefüllte Antragsformular für die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen inkl. Beiblatt für die familienorientierte Rehabilitation ist beim leistungszuständigen Krankenversicherungsträger des Kindes bzw. Jugendlichen zur Bewilligung einzureichen.

Hinweis Es besteht jedoch die Möglichkeit, Anträge bei jedem Sozialversicherungsträger einzubringen – auch wenn ein anderer Versicherungsträger tatsächlich zuständig ist. In diesem Fall wird der Antrag an den zuständigen Kostenträger weitergeleitet („Allspartenservice“).

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Wird der Antrag auf Rehabilitation in einem Kinder- und Jugendrehabilitationszentrum vom Sozialversicherungsträger bewilligt, werden die Kosten übernommen – auch für Begleitpersonen.


 

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