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Pillen © Grycaj
Pillen © Grycaj

Mikroimmuntherapie

Die Mikroimmuntherapie arbeitet mit Immunbotenstoffen in äußerst geringen Konzentrationen. Ziel ist die Regulierung einer fehlgeleiteten Immunantwort durch die zeitlich abgestufte Verabreichung jeweils unterschiedlicher Substanzen.

Was ist der Hintergrund?

Das Immunsystem ist die tragende Säule unserer Gesundheit. Wenn es optimal funktioniert, ist es in der Lage, schädigende Eindringlinge zu erkennen und zu zerstören. Befindet sich das Immunsystem allerdings durch äußere Faktoren wie Umweltverschmutzung, Viren, Bakterien, Parasiten, Stress, schlechte Ernährung, Toxine oder durch innere Faktoren wie psychische oder hormonelle Belastungen im Ungleichgewicht, so ist es in seiner Wirksamkeit eingeschränkt. Genau dort will die Mikroimmuntherapie ansetzen. Ihr Ziel ist die Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit des Immunsystems.

Der Grundstein dieser Therapieform wurde in den 1960er-Jahren von dem belgischen Arzt Dr. Maurice Jenaer gelegt. Er war begeistert von den Erkenntnissen aus der Immunologie, die eine Besserung verschiedener Krankheiten durch den Einsatz von Immunbotenstoffen in Aussicht stellte. Jedoch schrak er vor dem massiven Nebenwirkungspotenzial zurück. Die Lösung dieses Problems sah er in der Verdünnung. Er setzte Immunbotenstoffe in solch geringen Dosierungen ein, wie sie auch im Körper selbst vorkommen.

Wie funktioniert die Methode?

Immunregulierende Wirkstoffe wie z.B. Zytokine (Proteine, die im Immunsystem vorkommen, um Abwehrmechanismen anzustoßen oder wieder abzubrechen) werden in Mikrodosen angewendet, um das Immunsystem zu einer wirksamen Immunantwort zurückzuführen. Sie werden zeitversetzt verabreicht, d.h., es wird die natürliche Funktionsweise des Immunsystems nachgeahmt. Die Einnahme erfolgt unter der Zunge (sublingual). Dadurch werden die Informationen direkt an das lymphatische System weitergegeben, das viele Zellen des Immunsystems beherbergt

Welche Einsatzbereiche gibt es?

Laut Ansicht ihrer Befürworterinnen/Befürworter kann die Mikroimmuntherapie bei verschiedenen akuten und chronischen Krankheiten eingesetzt werden, die mit Immunstörungen im Zusammenhang stehen, z.B.:

Wo liegen die Grenzen der Methode?

Die wissenschaftliche Evidenzlage erlaubt derzeit keine Aussagen über einen wirksamen Einsatz. Mikroimmuntherapie sollte jedenfalls von ganzheitlich arbeitenden Ärztinnen/Ärzten durchgeführt werden. Sie kann mit anderen Behandlungen der Schul- und Komplementärmedizin kombiniert werden. Wie jede andere Therapie ist sie umso wirksamer, je gesünder der Lebensstil der Patientin/des Patienten ist.

Welche Evidenz gibt es?

Laut Angaben der Medizinischen Gesellschaft für Mikroimmuntherapie (MeGeMIT) wird die Wirksamkeit der Mikroimmuntherapie durch die jahrelangen Erfahrungen der Mikroimmuntherapeutinnen und -therapeuten bestätigt und durch zahlreiche retrospektive Untersuchungen belegt. Es handelt sich daher vor allem um eine erfahrungsbasierte Methode.

Laut Angaben von Medizin-Transparent aus dem Jahr 2015 ist die Qualität der gefundenen Studien unzureichend, um tatsächlich eine sichere wissenschaftliche Schlussfolgerung daraus ziehen zu können. Nähere Informationen finden Sie unter www.medizin-transparent.at.  

Wohin kann ich mich wenden?

Die Medizinischen Gesellschaft für Mikroimmuntherapie hält für Ärztinnen/Ärzte und Patientinnen/Patienten zahlreiche Informationen bereit.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für komplementärmedizinische Behandlungen werden von den Krankenversicherungsträgern im Regelfall nicht und in wenigen Fällen nach chefärztlicher Bewilligung übernommen. Im Kur- und Rehabilitationsbereich ist für einzelne Leistungen eine zumindest teilweise Kostenübernahme vorgesehen. Es lohnt sich auf jeden Fall, beim zuständigen Krankenversicherungsträger nachzufragen.


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