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Suizid: Zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen

Junger Mann lehnt Gesicht gegen Mauer © Paolese
Junger Mann lehnt Gesicht gegen Mauer © Paolese
10.10.2019

Der Welttag der psychischen Gesundheit (World Mental Health Day) ist am 10. Oktober. Heuer steht das Thema Suizid im Mittelpunkt. Verschiedene Aktivitäten sollen an diesem Tag Bewusstsein für die psychische Gesundheit schaffen und Hilfsmöglichkeiten bei psychischen und emotionalen Problemen aufzeigen. Wie wichtige vorbeugende Maßnahmen speziell für junge Menschen sind, zeigen aktuelle Zahlen. 

Suizid ist die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 24 Jahren. „Daher ist eine vermehrte Sensibilität für den Unterstützungsbedarf in dieser Lebensphase notwendig. Es braucht maßgeschneiderte Angebote, da sich die Lebens- und Gefühlswelten von Jugendlichen deutlich von denen Erwachsener unterscheiden“, erläutert Klaus Ropin, Leiter des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), der österreichischen Kompetenz- und Förderstelle für Gesundheitsförderung. Der FGÖ fördert deshalb besonders Suizidpräventions-Projekte, die speziell für Kinder und Jugendliche entwickelt wurden.

Erwachsenwerden ist nicht leicht

Viele Erwachsene glauben rückblickend, Kindheit und Jugend seien „die schönste Zeit im Leben“. Doch das Erwachsenwerden ist nicht leicht. „Die Zeit der Pubertät ist eine Zeit vieler Möglichkeiten, aber auch eine Lebensphase, die von Ängsten, Unsicherheiten, Kummer und Sorge geprägt sein kann. Gleichzeitig ist das Leben vieler Kinder und Jugendlicher durchgetaktet und die Prinzipien der Leistungsgesellschaft finden sich schon in den Kinderzimmern. Für viele wird dieser Druck immer unerträglicher, Depressionen und das Gefühl „ausgebrannt zu sein“ sind mitunter die Folge und können auch zu suizidalen Gedanken führen. Wenn der Sog negativer Gedanken zu stark wird, ist es schwer, alleine aus dieser Abwärtsspirale herauszufinden“, betont Andreas Prenn, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des FGÖ und Leiter der SUPRO  - Gesundheitsförderung und Prävention in Vorarlberg.

Welche Hilfsmöglichkeiten gibt es?

Für Jugendliche und junge Erwachsenen, die Sorge haben, dass sich ein Freund oder eine Freundin etwas antun könnte, wurde die Webseite www.bittelebe.at entwickelt. Eine zentrale Aussage: Die meisten Menschen, die einen Suizidversuch unternehmen, wollen nicht sterben, sondern können so wie bisher nicht mehr weiterleben. Gespräche können Leben retten! Hilfe ist möglich und erwünscht! Die Webseite www.bitteleben.at enthält Gesprächs- und Verhaltenstipps („Darüber reden, aber wie?“) und räumt mit gängigen Vorteilen in persönlich gestalteten Videos auf.

Auch persönliche Hilfsangebote für akute Krisensituationen finden sich auf der Webseite. Sie ist Teil eines Maßnahmenpaketes, das von SUPRO im Rahmen des Projektes Wellenreiten entwickelt und vom FGÖ finanziert wurde.

Hotlines für persönliche Gespräche

Kostenlose anonyme Hilfe zum Thema Suizid rund um die Uhr bieten auch folgende Stellen:

  • Telefonseelsorge unter der Rufnummer „142“ (ohne Vorwahl) und
  • Rat auf Draht unter „147“ (ohne Vorwahl)

Programm zur Suizidprävention

Das österreichische Suizidpräventionsprogramm SUPRA verfolgt das Ziel, in Österreich eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Suizidprävention sicherzustellen und damit die Suizidrate zu senken. Hierzu sollen alle Personen sowie Organisationen, die im Bereich der Suizidprävention tätig sind, besser vernetzt, vorhandene Ressourcen gebündelt und gemeinsam Projekte umgesetzt werden.

Auf der Webseite der Suizidprävention Austria finden sich wichtige Infos zum Thema Suizidprävention, z.B.:

  • Erste Hilfe bei Suizidgedanken
  • Erste Hilfe für Angehörige von Suizidgefährdeten
  • Krisentelefone und Notrufnummern
 
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