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Welt-Frauentag: Lebensstil beeinflusst Lebenserwartung von Frauen

06.03.2020

Frauen leben zwar länger als Männer, aber nicht unbedingt beschwerdefreier. Bei den gesunden Lebensjahren liegen sie gleichauf mit Männern. Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März informierte die MedUni Wien über aktuelle Entwicklungen in der Frauengesundheit und Gendermedizin. Die steigende Lebenserwartung von Frauen wird durch eine Zunahme an Diabetes-Erkrankungen eingebremst, erwarten die Expertinnen und Experten.

Frauen in Österreich haben heute eine statistische Lebenserwartung von 84 Jahren und leben somit im Durchschnitt um 4,7 Jahre länger als Männer. Das hat verschiedene Ursachen. Ein bis zwei Jahre der längeren Lebenserwartung von Frauen gegenüber Männern sind biologisch bedingt. Frauen verfügen über ein stärkeres Immunsystem, eine medizinisch gesehen günstigere Fettverteilung am Körper sowie einen hormonellen Gefäßschutz durch Östrogen. Damit sind sie gegenüber Männern – zumindest bis zur Menopause - bevorzugt. Der Rest sind Lebensstilfaktoren, die Frauen länger leben lassen.

Kardiovaskuläre Krankheiten als Todesursache Nummer eins 

Herzkreislauferkrankungen sind bei Frauen in Österreich mit 42 Prozent die häufigste Todesursache, im Vergleich dazu sind es bei Männern 35 Prozent. „Frauen versterben öfter an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, also Herzinfarkten, Schlaganfällen, Herzschwäche und Rhythmusstörungen, als Männer“, erklärte Gendermedizinerin Alexandra Kautzky-Willer von der MedUni Wien.  

Frauen durchlaufen im Leben zwei spezielle Phasen, bei denen bestimmte Unregelmäßigkeiten das Risiko für Herzkreislauferkrankungen in höherem Alter anzeigen: die reproduktive Phase und gegebenenfalls Schwangerschaften sowie die Menopause (Wechseljahre). Eine in frühen Jahren einsetzende Monatsblutung oder Menopause, unregelmäßige Menstruationszyklen, das polyzystische Ovarsyndrom oder andere Auffälligkeiten sind schon bei jungen Frauen ein Risikoanzeiger für Erkrankungen des Herzkreislaufsystems in späterem Alter. 

In der Menopause fällt der Östrogenspiegel stark ab, der bisher eine gewisse Schutzwirkung auf die Blutgefäße und den Zucker- Fett- und Knochenstoffwechsel, aber auch das Immunsystem hatte. Wenn Frauen im Alter von 50 bis 60 Jahren an Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen leiden, werden sie zur Hochrisikogruppe für Herzkreislauferkrankungen. „Frauen mit dem klassischen metabolischen Syndrom haben ein dreifach erhöhtes Risiko auf akute Herzinfarkte oder andere Erkrankungen des Herzkreislaufsystems mit hohem Mortalitätsrisiko“.  

Voraussetzungen für mehr gesunde Lebensjahre

Frauen, die ihre fruchtbaren Jahre und den Wechsel uneingeschränkt ohne kardiovaskuläre Erkrankung oder Diabetes überstehen, haben gute Aussichten auf zusätzliche zehn beschwerdefreie Jahre und eine höhere Lebenserwartung. Wichtig dabei ist, dass folgende Lebensstil-Faktoren zutreffen:

Kautzky-Willer empfiehlt zusätzlich für einen optimierten Lebensstil: wenig Sitzen, ausreichend erholsamen Schlaf und eine Regulierung des Blutzuckerspiegels, der Blutfette und des Blutdrucks. „Frauen können so ihr Diabetesrisiko um 75 Prozent senken, und wer bereits an Diabetes erkrankt ist, senkt so das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und das eigene Mortalitätsrisiko um 50 Prozent.“

Weitere Informationen:

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