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Sicher im sozialen Netz: Jugendliche sensibilisieren Jugendliche

Kinder beschäftigen sich mit ihrem Mobiltelefon © Syda Productions
07.05.2018

Soziale Netzwerke im Internet gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Sie sind ein wichtiger Teil ihrer Kommunikation. Bei der Nutzung digitaler Medien können sie aber auch Gewalt und Grenzerfahrungen ausgesetzt sein. Das kann negative Auswirkungen auf ihre Psyche und Gesundheit haben. Den sicheren Umgang mit digitalen Medien lernen junge Menschen am besten von Gleichaltrigen. Diesen Zugang wählte das vor Kurzem abgeschlossene Projekt „make IT safe 2.0“, bei dem Jugendliche andere Jugendliche sensibilisieren. Auch ein Ratgeber für Eltern, die sich Gedanken über das Online-Verhalten ihrer Kinder machen, wurde dabei entwickelt.

Die meisten Jugendlichen haben Zugang zum Internet. Aber wissen sie auch, wie man richtig mit digitalen Medien umgeht? Bei Problemen im Bereich Online-Verhalten wenden sich Jugendliche eher an gleichaltrige „Peers“, weil sie sich mit ihnen auf Augenhöhe austauschen können. Bei „make IT safe 2.0“ wurden Jugendliche im sicheren Umgang mit digitalen Medien geschult und damit befähigt, ihr Wissen an andere Jugendliche weiterzugeben.

 „Diese ,Peer Experts’ haben österreichweit über 500 Jugendliche erreicht und zur Gesundheitsförderung und Gewaltprävention beigetragen“, erklärt Projektleiter Alexander Glowatschnig. Beim Projekt vermittelten die „Peers“ anderen Jugendlichen wichtige Kompetenzen, um besser mit Problemen wie Datenschutz, Cyber-Mobbing, Sexting oder Grooming umgehen zu können.

Cyber-Mobbing: Was kann ich dagegen tun? 

Gewalt in Form von Mobbing ist nicht neu. Durch digitale Medien bekommt das systematische Belästigen, Fertigmachen oder auch absichtliche Ausgrenzen jedoch eine neue Dimension. Dieses "Cyber-Mobbing" kann rund um die Uhr erfolgen, erreicht innerhalb von Sekunden ein großes Publikum und die Absender agieren (scheinbar) anonym. Peer Experts vermitteln Wissen, was man als betroffene Person tun kann: Beweise sichern z.B. durch Screenshots; unerwünschte Personen in sozialen Netzwerken sperren; Unterstützung und Hilfe bei Vertrauenspersonen suchen, oder sich an eine Beratungsstelle wie 147 – Rat auf Draht oder GegenHassimNetz (www.beratungsstelle.counteract.or.at) wenden.

Sexting und Grooming: Welche Gefahren lauern?

 Auch von den Jugendlichen selbst ins Netz gestellte Inhalte können ungeahnte Folgen haben. Sexting bezeichnet den Trend, erotische Texte oder sexy Fotos von sich mittels sozialer Medien zu verbreiten. Die Peer Experts sollen für einen sicheren Umgang mit intimen Bildern sensibilisieren, damit sich Jugendliche nicht selbst für Erpressungen und Bloßstellungen angreifbar machen. Es wird auch Bewusstsein dafür geschaffen, dass es nicht oder nur schwer möglich ist, ins Netz gestellte Inhalte wieder zu entfernen. Beim Cyber-Grooming geben sich Erwachsene oft über ein „Fakeprofil“ als Jugendliche aus und versuchen so, sich ´deren Vertrauen zu erschleichen. Ihre Absicht dahinter ist oft die sexuelle Belästigung. 

Toolbox für die außerschulische Jugendarbeit, Flyer für Eltern 

Zur Nachhaltigkeit trägt das Projekt „make IT safe 2.0“ bei, indem zum einen eine Toolbox entwickelt wurde, die von anderen Akteurinnen und Akteuren in der außerschulischen Jugendarbeit verwendet werden kann. Zum anderen wurden während der Projektlaufzeit über 400 Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter geschult, die das Wissen in ihrer Arbeit nutzen können. 

Im Projekt entstand auch ein Ratgeber für Eltern mit Tipps, wie sie im Alltag mit dem Online-Verhalten ihrer Kinder umgehen können.    

Wer steht hinter „make IT safe 2.0“? 

Das vor Kurzem abgeschlossene Projekt „make IT safe 2.0“ wurde von ECPAT Österreich – der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung – konzipiert. Praktisch umgesetzt wurde es im Rahmen der außerschulischen Jugendarbeit in den Bundesländern Salzburg und Steiermark. 

Gefördert wurde „make IT safe 2.0“ vom Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), der bundesweiten Förder- und Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung, dem Bundeskanzleramt, dem Bundeskanzleramt | Sektion V: Familien und Jugend, dem Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz, dem Bundesministerium für Inneres und der Internet Privatstiftung Austria/netidee.at. 

Für ein „gesundes Aufwachsen“: Projektförderung durch den FGÖ nutzen

 Einer von fünf Schwerpunkten des FGÖ lautet: "Gesundes Aufwachsen – PsychoSOZIALE Gesundheit von Kindern und Jugendlichen". „Alle Organisationen, die sich dafür einsetzen wollen, lade ich ein, die Projektförderung des FGÖ zu nutzen. Alle relevanten Infos sind auf www.fgoe.org zu finden, auch das Team der FGÖ-Geschäftsstelle berät Sie gerne“, so Klaus Ropin .

 Weitere Informationen:

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