Gesundheitsportal
Inhaltsbereich

Hilft Hyposensibilisierung gegen Heuschnupfen?

Frau sitzt in Wiese und niest © Mallivan
08.07.2019

Kann eine Hyposensibilisierung mittels Tropfen oder Tabletten bei Heuschnupfen helfen? Medizin-Transparent untersuchte die aktuelle wissenschaftliche Beweislage zu dieser Frage. Wahrscheinlich ja, lautet das Ergebnis. Regelmäßig unter die Zunge verabreichter Pollenextrakt scheint die Symptome zumindest etwas zu lindern. Für die Therapie ist allerdings ein langer Atem notwendig, sie dauert ca. drei Jahre.

Niesanfälle, rinnende Nase und juckende Augen sind typische Symptome eines Heuschnupfens (allergische Rhinitis), der häufigsten Form einer Pollenallergie. Auslöser ist der Blütenstaub von Pflanzen, der in der Luft herumfliegt und eingeatmet wird. Bei einer Pollenallergie können, neben Heuschnupfen auch andere Symptome auftreten, z.B. Müdigkeit, Migräne, Atemnot oder Schlafstörungen. Im Sommer ist besonders bei schönem Wetter die Belastung durch Gräser, Getreidepollen (Roggen) und Beifuß stark.

Ob ein Mensch eine Pollenallergie entwickelt, kann von erbliche Faktoren oder von Umwelteinflüssen abhängen. Die Forschung schreibt auch dem Klimawandel aufgrund der Ausbereitung allergieauslösender Pflanzen eine Rolle bei der Zunahme von Pollenallergien zu,

Bei einem Heuschnupfen leiden die Betroffen oft Wochen unter den Beschwerden, bis die Pollenbelastung in der Luft wieder zurückgegangen ist. Um die unangenehmen Symptome zu lindern, werden von der Ärztin/vom Arzt z.B. Antihistamin-Medikamenten oder Nasen- und Augentropfen verschrieben. Wichtig für die Betroffen ist, so gut es geht Belastungen durch die allergieauslösenden Pollen zu vermeiden und wenn möglich den Wohn- und Arbeitsraum frei von Pollen zu halten. Infos über regionale Pollenbelastungen finden Sie unter Wetter und Umwelt.

Die Ursache behandeln

Nicht nur die Symptome einer Pollenallergie, sondern deren Ursache wird mit einer spezifischen Immuntherapie behandelt. Diese Allergietherapie wird auch als Desensibilisierung bzw. Hyposensibilisierung bezeichnet. Ziel ist es, den Körper in Toleranz zu schulen, damit er die eigentlich ungefährlichen Allergieverursacher nicht mehr übermäßig bekämpft. Bei einer sublingualen Immuntherapie werden die Allergene unter der Zunge in Form von Tropfen oder Tabletten verabreicht. Eine zweite Möglichkeit ist die subkutane Immuntherapie mittels Spritzen unter die Haut.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Expertinnen und Experten von Medizin-Transparent untersuchten vor kurzen die aktuelle wissenschaftliche Studienlage (Evidenz) zur Wirksamkeit der sublingualen Immuntherapie. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Form der Hyposensibilisierung die Beschwerden wahrscheinlich etwas lindert. Die Wirksamkeit ist individuell verschieden: Bei manchen Personen kann die Behandlung gar nicht wirken, bei anderen hingegen deutlich. Einzelne Untersuchungen weisen darauf hin, dass die lindernde Wirkung auch längerfristig anhält.

Für die Bewertung führte Medizin-Transparent eine systematische Literatursuche durch. Die herangezogenen drei Übersichtsarbeiten stammen aus 2017 und 2010.

Weitere Informationen:

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen