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Masern: Bis Anfang April bereits 60 Fälle in Österreich

Ärztin impft Kind in den Arm  © Oksana Kuzmina
11.04.2019

Bis 3. April hat es heuer bereits 60 Masern-Fälle in Österreich gegeben. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2018 waren es österreichweit insgesamt 77 Masern-Fallmeldungen gewesen. Dies geht, laut einer Information der APA, aus Daten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hervor. Im Vorjahr waren alle neun Bundesländer von Masernerkrankungen betroffen, zwölf Prozent betrafen Angehörige von Gesundheitsberufen. 

Bis zum 3. April gab es heuer die meisten Erkrankungen mit 36 Fällen in der Steiermark. 15 Fälle waren es in Salzburg, vier in Tirol, zwei in Wien. Vorarlberg, Oberösterreich und Niederösterreich registrierten jeweils eine Erkrankung.

Das Gesundheitsministerium rät laut APA dringend, den eigenen Impfstatus zu kontrollieren. Auch Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner hat am 10.4. angesichts bekannt gewordener Masern-Fälle im Bundesland einen „dringenden Aufruf“ zum Impfen an die Bevölkerung gerichtet.

Wie man sich vor Masern schützen kann

Ausreichender Schutz besteht nach zwei Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) oder wenn mittels Antikörperbestimmung nachgewiesen ist, dass ein ausreichender Schutz im Blut vorhanden ist. Fehlende Impfungen können und sollen in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Es handelt sich um einen Lebendimpfstoff, darum ist ein „überimpfen“ nicht möglich. Der Impfstoff ist für Kinder und Erwachsene an öffentlichen Impfstellen sowie im Rahmen des Kinderimpfprogramms kostenfrei erhältlich.

Wie werden Masern übertragen?

Masern sind hoch ansteckend und werden als Tröpfcheninfektion übertragen. Schon ein kurzer Kontakt über eine Entfernung von wenigen Metern genügt, um das Virus von Mensch zu Mensch zu übertragen. Eintrittspforten sind die Schleimhäute des Atmungstraktes und der Augen.

Die Krankheit beginnt mit Schnupfen, bellendem Husten, Bindehautentzündung und Lichtscheu, Fieber um 39 Grad Celsius und einem gedunsenen Gesicht. Am zweiten oder dritten Tag treten meist weißliche sogenannte „Koplik-Flecken“ in der Mundhöhle auf, typischerweise an der Wangenschleimhaut im Bereich der vorderen Backenzähne.

Nach drei bis fünf Tagen beginnt sich ein hellroter, später dunkel werdender Ausschlag zu bilden, zunächst hinter den Ohren, dann im Gesicht, später auch über den gesamten Körper.  Eine Behandlung gegen das Masernvirus gibt es nicht. In unkomplizierten Fällen werden fiebersenkende und hustenstillende Medikamente eingesetzt sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr empfohlen. Die häufigsten Komplikationen sind Lungenentzündung und Mittelohrentzündung. Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die Masernenzephalitis (Gehirnentzündung).

Was tun bei Masernverdacht?

Sobald erste Krankheitszeichen auftreten, die auf Masern hinweisen, sollte eine Ärztin/ein Arzt aufgesucht werden. Vorher sollte unbedingt die Ärztin/der Arzt oder das Krankenhaus telefonisch kontaktiert werden, damit eine Übertragung in Warteräumen sowie Ambulanzen verhindert werden kann.

Europäischen Impfwoche: Impfaktionen und Informationen 

Die Europäische Impfwoche (EIW) findet vom 24.-30. April 2019 unter dem Motto „Vorbeugen. Schützen. Impfen.“ statt. Sie wird jährlich vom Regionalbüro für Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Impfungen für die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen zu stärken. In den Bundesländern finden in dieser Woche zahlreiche Info-Veranstaltungen und Impfaktionen statt. 

Weitere Informationen: 

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