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Initiative „Kinder essen gesund“: Vom Lockdown nicht stoppen lassen

Kinder essen gesund © Fonds Gesundes Österreich
Kinder essen gesund © Fonds Gesundes Österreich
17.12.2020

Trotz des Lockdowns wurden Projekte mit Schwerpunkt gesunde Ernährung und Gemeinschaftsverpflegung vorangetrieben – das zeigt das Beispiel Steiermark. Um Praxisnähe zu gewährleisten, wurden die Inhalte der FGÖ-Initiative „Kinder essen gesund" im Herbst verstärkt in die Volksschulen getragen. In der Steiermark beteiligen sich zehn Volksschulen am Projekt „KIDS (Kinder in der Steiermark) essen gesund“. Im Projektzeitraum können so rund 1.100 Schülerinnen und Schüler direkt und 9.000 indirekt erreicht werden.

„Ernährungsgewohnheiten werden bereits im frühen Lebensalter geprägt. Es ist daher entscheidend, bereits Kinder für gesunde Ernährung zu sensibilisieren. Denn einmal eingeübte Ernährungsgewohnheiten bei Erwachsenen zu verändern, fällt erfahrungsgemäß sehr schwer. Hier Bewusstsein zu schaffen, ist das Ziel der Initiative „Kinder essen gesund“ des Fonds Gesundes Österreich“, so Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

Lern- und Erfahrungsfeld Schule

Das Projekt „KIDS essen gesund“ möchte die Rahmenbedingungen für gesundes Essen und Trinken an Volksschulen verbessern. Dabei wird auf verschiedenen Ebenen angesetzt, wie Projektkoordinatorin Veronika Graber von Styria vitalis erklärt. Ihr Team begleitet die zehn Projektschulen, an denen im Rahmen eines Runden Tisches individuelle Maßnahmenpläne erarbeitet wurden. Diese beinhalten das Gestalten von Rezeptkalendern ebenso wie die Förderung des Wassertrinkens beim Mittagessen. In der Volksschule St. Nikolai ob Draßling wird ein besonderes Augenmerk auf Regionalität und Saisonalität gelegt. Die Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen zu Ernährungsbeauftragten sowie der Aufbau einer Workshopbörse sind weitere Säulen.

Online-Angebote für Pädagoginnen/Pädagogen und Eltern

Geschlossene Schulen während des Lockdowns stellten für die Weiterführung der Initiativen eine besondere Herausforderung dar. Man habe sich aber, so Graber, den Gegebenheiten angepasst, und versucht, das Bestmögliche daraus zu machen. Die in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Graz angebotene Qualifizierung von Lehrerinnen und Lehrern zu Ernährungsbeauftragten wurde online weitergeführt: 30 Pädagoginnen und Pädagogen aus der ganzen Steiermark nahmen teil, die Rückmeldungen fielen überwiegend positiv aus. An ihren Schulen werden die Ernährungsbeauftragten eine Schnittstellenfunktion nach innen wie außen wahrnehmen und dabei gesunde Ernährung systematisch in den Blick nehmen.

Eva Leistner von der KIDS-Projektschule in Graz-Liebenau schildert: „Ich bin zuständig für die Auswahl der Speisen, die Absprache mit den Küchendamen und die Bestellung des Essens. Auch die Gestaltung der Speisepläne gehört in mein Aufgabengebiet. Zusätzlich halte ich Kontakt mit dem Bäcker und bin im Auswahlteam für die Aufstrich- und Jausenauswahl. Immer wieder haben wir die Speisepläne auch von den Schülerinnen und Schülern gestalten lassen. Wir evaluieren den Speiseplan und versuchen herauszufinden, welche Gerichte nicht so gut angekommen sind.“

Webinare für Eltern zu gesunder Jause

Die Zeit des Lockdowns wurde auch dazu genutzt, um Webinare für Eltern zum Thema „kluge Jause“ anzubieten. Dabei wurde vermittelt, woraus eine solche besteht und wie gesunde Ernährung auch in einen stressigen Alltag integriert werden kann. Ein erstes Webinar fand bereits statt, weitere sind in Planung. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Online-Termin, zu dem man sich von zu Hause zuschaltet, durchaus vorteilhaft sein kann. Schließlich fehlt zum Besuch eines Elternabends, wo solche Themen bisher angesprochen wurden, manchmal die Zeit.“, so Graber.

Initiative mit nachhaltiger Wirkung

Manche der im Lockdown umgesetzten Instrumente, haben auch in der Zeit nach der Schulöffnung ihren Platz gefunden. So werden die Online-Webinare in die Workshop-Börse Eingang finden, eine Besonderheit des steirischen Projekts. Sie umfasst eine Sammlung von Vorträgen und Projektunterrichtsmaterialien der Referentinnen und Referenten, die von Schulen mit Ernährungsbeauftragten gebucht werden können. Das breite Angebot reicht von der Gestaltung eines Schulgartens, dem Anpflanzen von Kräutern in der Klasse bis zur Umsetzung eines Zucker-Workshops. Weitere Informationen finden Sie unter www.styriavitalis.at.

Über die Initiative

„Kinder essen gesund“ ist eine österreichweite Initiative des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) in Kooperation mit der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) und „Richtig essen von Anfang an“ (REVAN), die von Gesundheitsminister Rudolf Anschober unterstützt wird. Ziel dieser Initiative ist es, eine österreichweite Bewegung umzusetzen. Mit zahlreichen Maßnahmen und Projekten soll die Ernährung von Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren verbessert werden.

Die Initiative richtet sich an Kinder, Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen, sowie Verantwortliche der Gemeinschaftsverpflegung und Kommunen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

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