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„Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ in ganz Österreich

Frau setzt sich Insulininjektion © Syda Productions
20.02.2017

Rund sechs Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher, das sind rund 430.000 Menschen, haben einen diagnostizierten Diabetes. Zusätzlich sind rund 200.000 Menschen von Diabetes betroffen, ohne es zu wissen. Schon 2007 wurde in einzelnen Bundesländern das Betreuungsprogramm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ gestartet. Es bietet Typ-2-Diabetikerinnen und Diabetikern eine umfassende Versorgung. Seit 1. Jänner 2017 ist das erfolgreiche Disease Management Programm in ganz Österreich verfügbar. Expertinnen/Experten präsentierten am 15.2.2017 aktuelle Daten, wie Therapie Aktiv genutzt wird und welche Verbesserungen es bringt. 

„Jedes Jahr gibt es in Österreich rund 10.000 Todesfälle infolge des Diabetes, 2.500 Amputationen, 300 neue Dialysepatienten und 200 neu erblindete Patienten“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Thomas C. Wascher von der 1. Medizinischen Abteilung im Wiener Hanusch-Krankenhaus. Aus diesen Zahlen sei klar erkennbar, wie wichtig das Programm Therapie Aktiv sei, um der Herausforderung Diabetes zu begegnen.

Gute Noten

Eine Evaluierung ergab: Teilnehmerinnen/Teilnehmer an Theapie Aktiv haben weniger Folgeerkrankungen, seltenere und kürzere Spitalsaufenthalte sowie eine geringere Sterblichkeit als Menschen mit Typ-2-Diabetes, die nicht am Programm teilnehmen. Auch in Befragungen bekommt das Programm ein sehr gutes Zeugnis: Fast alle Patientinnen/Patienten und 84 Prozent der teilnehmenden Ärztinnen/Ärzte würden es weiterempfehlen.

Was Therapie Aktiv bringt

„Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ wurde von den Sozialversicherungsträgern gemeinsam mit engagierten Hausärztinnen/Hausärzten und Internistinnen/Internisten entwickelt. Die teilnehmenden Patientinnen/Patienten erhalten einerseits eine strukturierte ärztliche Betreuung (z.B. regelmäßige Kontrollen der Füße, Augen) und andererseits mehr Wissen (z.B. durch Schulungen, Unterlagen) über ihre Erkrankung vermittelt. Durch gezielte Schulungen und regelmäßige Vereinbarungen von Therapiezielen mit der Ärztin/dem Arzt wird der Lebensstil positiv beeinflusst. So erhalten die Patientinnen/Patienten jene umfassende Betreuung, die sie für das Leben mit der chronischen Erkrankung brauchen.

Im Mittelpunkt das persönliche Gespräch

Elsa Perneczky, die stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Diabetikervereinigung (ÖDV), erklärt die Situation der Patientinnen/Patienten: „Lebensstiländerungen, die oft eine große Herausforderung für die Betroffenen sind, können mit Unterstützung leichter bewältigt werden. Kommunikation ist insbesondere bei chronischen Erkrankungen das Allerwichtigste – das Gespräch zwischen Patientin/Patient und Ärztin/Arzt ist das Herzstück von Therapie Aktiv. Informierte und motivierte Patientinnen/Patienten sind bereit, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen! Durch optimale Betreuung können Folgeschäden vermieden und die Lebensqualität verbessert werden.“

Teilnahmezahlen steigen

Therapie Aktiv wird seit zehn Jahren umgesetzt. Seit 1. Jänner 2017 ist das Programm in allen Bundesländern verfügbar. Mit Ende 2016 waren in den teilnehmenden Bundesländern 23 Prozent der Menschen mit der Diagnose Typ-2-Diabetes betreut. Durch das gemeinsame Engagement der Sozialversicherung, der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM) und der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) konnten im Jahr 2016 mehr als doppelt so viele Ärztinnen/Ärzte dazugewonnen werden wie im Jahr davor.

Weitere Informationen:

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