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Arzneimittel-Reste im Wasser messbar

18.12.2017

Täglich werden in Österreich mehr als zwei Tonnen Arzneimittel verbraucht. Die Medikamente dienen der Heilung und Vorbeugung von Krankheiten bei Mensch und Tier. Ein Großteil der Wirkstoffe wird unverändert oder als Produkt des Stoffwechsels wieder ausgeschieden. Sie gelangen über Toiletten ins Abwasser. Auch durch falsche Entsorgung oder Düngung von Böden lagern sich Reste in der Umwelt ab. Das Umweltbundesamt (UBA) stellte vor Kurzem einen neuen Test vor, mit dem verschiedene Arzneimittelwirkstoffe im Wasser nachgewiesen werden können – und rät zu einem sorgsamen Umgang und zur richtigen Entsorgung.

Mehr als 13.000 verschiedene Medikamente sind in Österreich zugelassen. Der Verbrauch von Arzneimitteln steigt von Jahr zu Jahr. Zu den Spitzenreitern zählen Schmerzmittel (30 Prozent des Gesamtverbrauchs), Diabetes-Medikamente (18 Prozent), Psychopharmaka (14 Prozent) und Antibiotika (9 Prozent). Auch die Palette der Wirkstoffe wird laut UBA immer größer.  

Wie Arzneimittel in die Umwelt kommen 

Von Menschen verwendete Medikamente gelangen durch Ausscheidung oder „Entsorgung“ ins Abwasser und in weiterer Folge in die Kläranlagen. Dort werden die Rückstände teilweise entfernt. Kleine Mengen kommen über die Abflüsse der Kläranlagen aber doch in die Umwelt. Dort werden sie weiter abgebaut und haben nur noch eine geringe Wirkung. Auch bei Tieren eingesetzte Arzneimittel können in die Umwelt gelangen, wenn Gülle, Jauche oder Stallmist als Dünger auf Wiesen ausgebracht werden. Regen wäscht die Wirkstoffe dann ins Grundwasser aus. 

2016 veröffentlichte das Umweltbundesamt einen Report über Arzneimittelrückstände in der Umwelt. Verschiedene Wirkstoffe sind in Österreich in Böden oder Gewässern nachweisbar. Am häufigsten kommen Stoffe aus Kontrastmitteln, Lipidsenker, Beta-Blocker, künstlich hergestellte Hormone, Anti-Epileptika, Schmerzmittel und Antibiotika vor. 

Neuer Test zur Messung von Arzneimittelresten im Wasser 

Um mögliche Belastungen für Umwelt und Mensch beurteilen zu können, haben Expertinnen und Experten des UBA maximal tolerierbare Konzentrationen abgeleitet. Die Toleranzwerte wurden auf der Grundlage einer Leitlinie des Gesundheitsministeriums für 90 Arzneimittelwirkstoffe festgelegt und basieren auf toxikologischen Kennzahlen. Die Toleranzwerte sollen vor allem Trinkwasser-Versorgungsbetrieben eine Orientierung geben, welche Menge eines Arzneimittel-Wirkstoffes im Wasser enthalten sein darf, um als gesundheitlich unbedenklich zu gelten. 

Vor kurzem präsentierte das UBA auch ein neues Testverfahren, mit dem Arzneimittel-Wirkstoffe im Trinkwasser, aber auch in Grund- und Oberflächengewässern sowie im Abwasser nachgewiesen und gemessen werden können. 

So werden Medikamente richtig entsorgt

Um die Umwelt langfristig zu schützen, sind ein sorgsamer Umgang mit Arzneimitteln und eine Senkung von Arzneimitteleinträgen in die Umwelt notwendig, betont das UBA in einer Aussendung. Wichtig sei die sachgemäße Entsorgung. Nicht verwendete Medikamente gehören nicht in den Abfall oder in den Abfluss, sondern zurück in die Apotheke oder in die Problemstoffsammelstelle.

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