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Studie: So gesund ist Muttermilch

Stillende Mutter mit Baby © JenkoAtaman
02.05.2016

Muttermilch ist mehr als die ideale Babynahrung. Sie sorgt unter anderem für eine gesunde Darmflora des Neugeborenen, stärkt dessen Immunabwehr oder transportiert Hormone fürs Wachstum. 

Wissenschaftler der Universität Zürich untermauern in einer aktuellen Publikation die vielen positiven Wirkungen, die Muttermilch auf die Gesundheit des Babys und die kindliche Entwicklung hat. Die Publikation fasst die Ergebnisse aus knapp 80 wissenschaftlichen Studien zusammen.

Die beste Babynahrung

Muttermilch und ihre Zusammensetzung hat sich in der Entwicklung des Menschen über Millionen von Jahren bewährt. Sie enthält alle wichtigen Nahrungsstoffe und Vitamine, die ein Kleinkind braucht. Während der Stillzeit sind die Babys besser vor Infektionen des Magen-Darm-Traktes und der Atemwege geschützt. Bei der Mutter senkt Stillen das Brustkrebsrisiko.

Am Beginn der Stillzeit bildet jede Brust täglich rund 450 g Milch. Nach 15 Monaten sind es noch immer 200 g Milch, je nach Intensität des Stillens. Während der Stillzeit steigt der Energieverbrauch der Mutter, und sie braucht ca. 500 kcal pro Tag zusätzlich, um den erhöhten Bedarf auszugleichen.

Die WHO empfiehlt, das Baby in den ersten sechs Lebensmonaten und danach für mindestens ein Jahr als Ergänzung zur festen Nahrung (Beikost) zu stillen. Neben Ernährung hat die Muttermilch wichtige Aufgaben für die Gesundheit des Babys. Sie versorgt den Körper u.a. mit wichtigen bioaktiven Stoffen, antimikrobiellen Eiweißen und Hormonen.

Innere Uhr sorgt fürs Abstillen

Während der intensiven Stillzeit wird aufgrund der hormonellen Umstellungen die Fruchtbarkeit der Mutter unterdrückt. Die Laktose der Muttermilch wird im Magen des Babys durch das Enzym Laktase aufgespalten, um aufgenommen werden zu können. Im zweiten und dritten Lebensjahr geht meist die Ausschüttung der Laktase immer stärker zurück. Dies verursacht beim Baby Symptome, die einer Laktoseintoleranz ähnlich sind, und es beginnt abzustillen.

Muttermilch fördert gesunde Darmflora

In den ersten Lebenstagen siedeln sich im Darm des Babys wichtige Bakterien an. Muttermilch schafft den optimalen Nährboden für die Ausbildung einer gesunden Darmflora. Wie verschiedene Studien zeigen, beeinflussen die Darmbakterien auch den Stoffwechsel.

Muttermilch ist Schutzschild

Sie enthält wichtige bioaktive Proteine, wie Immunglobuline (Antikörper), Zytokine oder Laktoferrin, die zum Immunschutz des Neugeborenen beitragen. Sie bremsen die Ausbreitung von Krankheitserregern, bis das Immunsystems des Kindes nach einigen Wochen allmählich selbst diese Funktion übernimmt. Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich mit der Zeit. So nehmen die Zahl der mütterlichen Antikörper ab und der Fettanteil zu. Muttermilch sei, so die Autoren, die ultimative, individuelle Medizin fürs Baby. Die Muttermilch transportiert auch Hormone, die für den Metabolismus und das kindliche Wachstum wichtig sind.

In der Studie erwähnen die Autoren sogenannte xenobiotische Stoffe, z.B. Phthalate, die sich im Brustgewebe der Mutter ablagern können. Diese chemischen Stoffe aus der Umwelt können in sehr geringen Mengen über die Muttermilch in den Körper des Babys gelangen.

Insgesamt unterstreicht die aktuelle Studie die vielen wichtigen biologischen Funktionen der Muttermilch für eine gesunde Entwicklung des Kindes, ohne selbst Stillempfehlungen abzugeben.

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