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Damit es auch im Alter schmeckt

Älteres Paar genießt das Essen © Monkey Business
19.10.2015

Ernährung im fortgeschrittenen Alter ist eine vielfältige Herausforderung. Nicht nur angesichts der stetig wachsenden Personengruppe, sondern auch aufgrund der Heterogenität unter den Senioren.

Struktur & Sicherheit im Alltag

Unter dem Motto „Reif genießen – Essen für Fortgeschrittene, Generation 60+“ diskutierten kürzlich Expertinnen/Experten anlässlich der Jahrestagung des Verbandes der ErnährungswissenschafterInnen Österreichs (VEÖ) die Herausforderungen der Ernährung im Alter, insbesondere jener hilfs- und pflegebedürftiger Menschen. Für viele ältere Menschen ist das Essen „der Lichtblick des Tages“. Es verleiht dem Alltag Struktur und gibt ein Gefühl der Sicherheit. Abseits dieser psychologisch wichtigen Motivatoren sind es zudem sensorische und physiologische Aspekte, die der Ernährung im Alter einen wichtigen Stellenwert verleihen.

Essen soll attraktiv bleiben

Neben der eingeschränkten Sehleistung, Muskelkraft und Fingerfertigkeit kommen häufig Gedächtnisschwäche sowie Kau- und Schluckstörungen hinzu, die die Nahrungsaufnahme negativ beeinflussen und schlussendlich zu Gewichtsverlust, Mangel- oder Unterernährung führen können. Auch die Einnahme von Medikamenten kann direkt oder indirekt Einfluss auf die Nahrungsaufnahme und -verwertung im Körper haben. So hemmen etwa Medikamente gegen Depressionen und Morbus Parkinson den Speichelfluss.

Wichtig ist, dass die Lust am Essen nicht verloren geht und keine Körpermasse abgebaut wird. Denn entgegen den gängigen Empfehlungen zum Normalgewicht stellt leichtes Übergewicht bei älteren Menschen sogar einen Schutzfaktor dar: „Während für 19- bis 24-Jährige der optimale BMI zwischen 19 und 24 kg/m2 liegt, haben Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren bei einem BMI von 24–29 kg/m2 die niedrigste Mortalität“, so die Ernährungswissenschafterin Priv.-Doz. Dr. Schindler.

Eine verminderte Sinnesleitung im Alter bedeutet zudem nicht automatisch, dass Seniorinnen und Senioren intensiv schmeckende Zubereitungen bevorzugen. Wichtiger sind vielmehr der Appetit, die Darreichungsform sowie die Essbiografie des Einzelnen, so die Expertinnen und Experten. Wem etwa „Minestrone“ kein Begriff ist, der wird auch im Alter lieber eine „Gemüsesuppe“ essen. Das Setting, die Umgebung, in der das Essen eingenommen wird, kann zudem den im Alter schwindenden Appetit verbessern. Hilfreich sind gut handhabbares Geschirr und Besteck sowie Farbkontraste auf Teller und Tisch in generell ruhiger und entspannter Atmosphäre.

Nährstoffdichte im Alter

Die Veränderungen in Körper und Stoffwechsel erfordern eine hohe Nährstoffdichte in der Wahl der Lebensmittel. Bei gesunden älteren Menschen ist der Nährstoffbedarf zwar nicht erhöht, doch durch die Abnahme des Grundumsatzes und den damit verringerten Energiebedarf müssen nun kleinere Essensmengen gleich viel an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen etc. liefern. Mehr als 90 Prozent der über 80-Jährigen haben zudem mindestens eine chronische Erkrankung, rund 45 Prozent haben zwei bis drei chronische Leiden, was wiederrum den Bedarf an bestimmten Nährstoffen beeinflussen kann.

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