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Tag der Patientensicherheit: aufklären, mitmachen

Arzt beim Händewaschen © onoky
14.09.2015

Menschen gehen in Gesundheitseinrichtungen, um gesund zu werden. In etwa acht bis zwölf Prozent der Fälle kommt es jedoch laut der Plattform Patientensicherheit zu einem unerwünschten Ereignis, bei dem die Patientin oder der Patient einen Schaden erleidet.
Um das Bewusstsein für vermeidbare Risiken zu schärfen, wurde der 17. September zum Internationalen Tag der Patientensicherheit ausgerufen. Gezeigt werden soll auch, was von den Gesundheitsberufen bereits geleistet wird, um die Patientinnen und Patienten bestmöglich zu schützen.

Hygiene im Mittelpunkt

Das Thema „Hygiene und Vermeidung von Infektionen in Gesundheitseinrichtungen“ steht im Mittelpunkt des 1. Aktionstages, der in Österreich, Deutschland und der Schweiz stattfindet. In Österreich nehmen mehr als 70 Spitäler aus allen Bundesländern teil.

Zu den häufigsten Komplikationen im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts zählen Infektionen, die erst im Zuge der Behandlung entstehen. Diese nennt man therapieassoziierte oder nosokomiale Infektionen. An solchen erkranken in Europa laut Angaben des European Center of Disease Control (ECDC) rund 4,1 Millionen Patienten pro Jahr. Experten schätzen, dass sich 20 bis 30 Prozent dieser Infektionen durch intensive Hygiene- und Kontrollmaßnahmen verhindern ließen.

Patientensicherheit: Jeder kann beitragen

„Die Abläufe in der Gesundheitsversorgung werden immer komplexer und unerwünschte Ereignisse lassen sich nie ganz vermeiden. Wir wollen zeigen, dass wir alle dazu beitragen können, die Risiken so gering wie möglich zu halten“, erklärte die Präsidentin der Plattform Patientensicherheit und Ärztliche Direktorin der Krankenhauses Hietzing, Dr. Brigitte Ettl, in einer Pressekonferenz. „Entscheidend ist auch, dass Patienten und Bürger erfahren, was sie persönlich für Ihre Sicherheit tun können, ohne sie zu verängstigen“, so Ettl.

„Als Dreh- und Angelpunkt in der direkten Patientenversorgung hat das Pflegefachpersonal, wenn Hygienemaßnahmen umzusetzen sind, zentrale Bedeutung. Darüber hinaus geht es aber auch darum, Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige zum Thema Hygiene zu sensibilisieren und sie für die Anwendung von Hygienemaßnahmen zu schulen“, so Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV).

Tipps für Patientinnen und Patienten

Um die Mitverantwortung der Patienten stärker hervorzuheben, hat die Plattform Patientensicherheit im Rahmen der Pressekonferenz einen Info-Flyer präsentiert. Dieser wurde gemeinsam mit der Initiative Sicherheit im OP entwickelt und im Umgang mit Hygiene im täglichen Leben. Der Info-Flyer enthält hilfreiche Tipps, was Patientinnen und Patienten selbst gegen Krankenhausinfektionen tun können:

  • Die Ärztin/den Arzt fragen, was Sie selbst tun können, um sich vor Krankenhausinfektionen zu schützen.
  • Wenn Sie einen Katheter haben, fragen Sie, was Sie dazu beitragen können, eine Harnwegsinfektion zu vermeiden.
  • Fragen Sie im Fall einer Operation nach, was zur Prävention von Wundinfektionen unternommen wird und was Sie selbst beitragen können.
  • Achten Sie auf mögliche Anzeichen einer Infektion wie Rötungen, Schmerzen oder Flüssigkeitsaustritt. Wenn Sie diese bemerken, geben Sie gleich dem Pflegeteam oder der Ärztin/dem Arzt Bescheid.
  • Achten Sie auf Händehygiene.
  • Erkundigen Sie sich, was zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen getan werden kann.
  • Wenn Sie Durchfall haben, geben Sie dem behandelnden Team gleich Bescheid.
  • Lassen Sie sich gegen Grippe und andere Infektionserkrankungen impfen, um Komplikationen zu vermeiden.

Weitere Informationen:
Tag der Patientensicherheit: Infos, Broschüren, Aktivitäten der teilnehmenden Spitäler (Plattform Patientensicherheit)
Hygiene im Krankenhaus: (Gesundheitsportal)
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