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Wie wirksam ist antibakterielle Seife?

Hände waschen © Subbotina Anna
11.02.2015

Gründliches Händewaschen mit Seife schützt nachweislich vor Infektionen. Wer sich im Alltag regelmäßig die Hände reinigt, zum Beispiel nach dem Toilettenbesuch oder vor dem Essen, senkt das Risiko, an Schnupfen, grippalen Infekten oder Durchfall zu erkranken.

Neben herkömmlichen Seifen werden im Handel auch Waschlotionen, Seifen, Deos und andere Hygieneprodukte mit der Aufschrift „antibakteriell“ angeboten. Um Bakterien und Pilze abzutöten oder einzudämmen, enthalten diese Produkte oft die Stoffe Triclosan oder Triclocarban.

Antibakterielle Seife nicht besser

Medizin-Transparent untersuchte die Evidenz zur Frage, ob Händewaschen im Haushalt mit antibakterieller Seife Infektionen besser vermeiden kann als mit herkömmlicher Seife. Ausgewertet wurden wissenschaftliche Arbeiten aus dem Jahr 2008 und früher. Das Ergebnis dieser Studien: „Antibakterielle“ Handseifen verringern das Risiko einer Ansteckung nicht besser als normale Seifen.

Gesundheitsrisiken ungeklärt

Gleichzeitig weisen die Expertinnen und Experten von Medizin-Transparent auf ungeklärte Risiken durch Triclosan hin. Der Stoff hat nicht nur antibakterielle Eigenschaften sondern ist auch dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ähnlich. Triclosan gilt als harmlos, wenn es nur in sehr geringen Mengen vom Menschen aufgenommen wird.

Triclosan ist jedoch nicht nur in Hygieneprodukten, sondern auch in bestimmten Kosmetika, Textilien und Kunststoffen enthalten. Deshalb können Konsumentinnen/Konsumenten möglicherweise höhere Mengen des Stoffes aufnehmen. Welche Auswirkungen dies auf die Gesundheit hat, wurde bisher noch nicht untersucht.

Zudem vermuten Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler, dass die massenhafte Verwendung von Triclosan Antibiotikaresistenzen verursachen kann. Auch dieser Verdacht wurde noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

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