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Thrombose-Risiko bei Langstreckenflügen

Flugzeug unterwegs © Kurt Kleemann
14.07.2014

Lange Flugreisen sind wegen des stundenlangen Sitzens in der engen Flugzeugkabine für viele kein Vergnügen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in den Beinen Blutgerinnsel, sogenannte Thrombosen, entwickeln, ist zwar gering, aber durchaus vorhanden. Dies ergab eine großangelegte Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Von medizin-transparent wurde nun untersucht, welche Risiken damit verbunden sind und welche Vorbeugemaßnahmen helfen können. 

Risiko auch nach dem Flug leicht erhöht

Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass durchschnittlich zwei bis fünf von 10.000 Passagieren auf Flügen von mehr als sechs bis acht Stunden von Thrombosen betroffen sind. Das ist etwa zwei- bis viermal häufiger als in der nicht fliegenden Normalbevölkerung. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit bei kürzeren Flügen geringer, steigt aber mit der Flugdauer stark an. Das Thromboserisiko kann bis zu acht Wochen nach dem Flug erhöht sein. Auch lange Auto- und Zugreisen können davon betroffen sein. Nach Flügen unter vier bis sechs Stunden dürfte das Risiko nicht erhöht sein.

Thrombosen können schmerzen

Oft bilden sich Blutgerinnsel in den Beinvenen, die den Blutdurchfluss behindern. Dies kann Schmerzen, Schwellungen oder Entzündungen hervorrufen. Auch der Beckenbereich kann davon betroffen sein. Gefährlich wird es, wenn sich der Blutpfropfen löst und in die Lunge wandert. Werden dort die Blutgefäße verstopft, entsteht eine Lungenembolie. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings sehr gering, dass tatsächlich nach Flügen eine Lungenembolie auftritt. Schätzungen zufolge beträgt die Häufigkeit zwei bis drei Fälle unter einer Million Passagieren bei Langstreckenflügen von über acht Stunden.

Wer ist besonders betroffen?

Ein höheres Risiko ist laut medizin-transparent bei folgenden Personengruppen gegeben:

  • Personen, die schon einmal eine Venenthrombose hatten,
  • Menschen mit Übergewicht,
  • einer erblich bedingten Neigung zu erhöhter Blutgerinnung („Faktor-V-Leiden“ – Mutation),
  • Personen mit eingegipsten oder geschienten Beinen,
  • möglicherweise Personen mit sehr geringer oder hoher Körpergröße sowie
  • Frauen, die eine Anti-Baby-Pille einnehmen.

Wie kann man vorbeugen?

Kompressionsstrümpfe bis unter das Knie können das Thrombose-Risiko während eines Langstreckenfluges tatsächlich stark reduzieren. Die Strümpfe werden während des ganzen Fluges getragen und üben einen leichten Druck auf den Unterschenkel aus. Dies fördert das Zurückfließen von Sauerstoff-armem Blut zum Herzen. Auch gegen Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe der Beine (Ödeme) können die Kompressionsstrümpfe nützlich sein.

Der Rat, während des Fluges viel Flüssigkeit zu trinken, aufzustehen und Bewegung zu machen, basiert auf der Schlussfolgerungen, dass ein Hauptgrund für die Entstehung von Reisethrombosen stundenlanger Bewegungsmangel sein dürfte.

Nicht wirksam dürfte laut einer Studie die Einnahme von ASS (Acetylsalicylsäure) sein, auch wenn sie prinzipiell „blutverdünnende“ Eigenschaften hat. Zusätzlich verursachte das bekannte Schmerz- und Blutverdünnungsmittel in mehr als einem von zehn Flugpassagieren Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt.

Weitere Informationen:

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