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Frühstück: Gesund in den Tag starten

Frühstückstisch © Printtemps
30.08.2013

Es gibt Frühstücksverweigerer, die am Morgen keinen Bissen essen können und am liebsten nüchtern in den Tag starten. Andere frühstücken gemäß dem alten Sprichwort wie ein Kaiser.

Erst kürzlich kursierten in den Medien Schlagzeilen, dass das Auslassen des Frühstücks mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko einhergeht. Man bezog sich dabei auf eine aktuelle Studie. Was ist dran …?

Studien und Medienberichte kritisch hinterfragt

Expertinnen und Experten des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie an der Donau-Universität Krems beleuchten Artikel aus den Medien zu medizinischen und naturwissenschaftlichen Themen (www.medizin-transparent.at) und bewerten diese nach evidenzbasierten Kriterien auf ihre Stichhaltigkeit. Diesmal richten sie ihr Augenmerk auf die Fragestellung: „Haben Frühstücksmuffel ein erhöhtes Herzinfarktrisiko?.“

Ursache – Wirkung unklar

In der besagten Kohortenstudie des Forscherteams der US-amerikanischen Harvard School of Public Health wurden knapp 27.000 Männer über 16 Jahre lang beobachtet (Cahill et al.: Prospective Study of Breakfast Eating and Incident Coronary Heart Disease in a Cohort of Male US Health Professionals. Circulation. 2013 Jul 23; 128(4): 337-43). Entgegen den Medienberichten ist der Zusammenhang zwischen Frühstücksverhalten und Herzinfarktrisiko jedoch nicht so eindeutig, urteilt medizin-transparent.at: Man kam zu folgendem Schluss:

„Es könnte sein, dass das Auslassen des Frühstücks zu Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhtem Cholesterinspiegel oder Diabetes führt. Es wäre aber auch möglich, dass Übergewichtige z.B. versuchen, weniger zu essen und deswegen das Frühstück auslassen. Damit ist unklar, ob das Weglassen des Frühstücks zu Übergewicht führt oder das Übergewicht zum Weglassen des Frühstücks. Ein klassisches Henne-Ei-Problem also.“ Zudem wurden die Probanden lediglich zu Beginn der Studie zu ihren Frühstücksgewohnheiten befragt.

Das Fazit der Expertinnen/Experten: Die derzeitige wissenschaftliche Studienlage zum Zusammenhang vom Auslassen des Frühstücks und Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhtem Cholesterinspiegel, Diabetes sowie in weiterer Folge des Herzinfarktrisikos ist nicht eindeutig bzw. zu gering. Weitere Studien sind erforderlich.

Warum das Frühstück ein guter Start in den Tag ist

Frühstücksmuffeln sei ans Herz gelegt: Das Frühstück liefert einen wesentlichen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung und bietet eine gute Grundlage für den Start in den Tag. Je nach geschmacklichen Vorlieben kann das Frühstück sehr unterschiedlich ausfallen. Besonders wichtig ist das Frühstücksgetränk, denn der Körper braucht am Morgen unbedingt Nachschub an Flüssigkeit! Wer also am Morgen nichts frühstücken kann/möchte, sollte daher unbedingt etwas trinken. Das „feste“ Frühstück kann durchaus am Vormittag nachgeholt werden.

Als Frühstücksgetränk eignen sich z.B. ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees sowie (frisch gepresste und) verdünnte Obst- oder Gemüsesäfte sowie Wasser. Beachten Sie, dass Kaffee und Schwarztee nur in Maßen getrunken werden sollten, maximal drei bis vier Tassen pro Tag. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee sind für Kinder ungeeignet!

Fettreiche und zuckerreiche Frühstücksvarianten wie Croissants oder Semmel mit Butter und Honig/Marmelade/Nuss-Nougat-Creme eignen sich für das Frühstück nicht.

Das sollte bei keinem Frühstück fehlen

Obst und Gemüse: im Stück oder geschnitten oder auch in Kombination mit anderen Lebensmitteln, z.B. Joghurt mit Früchten, Müsli mit Obst, Gemüse als Belag von Vollkornbrot oder -gebäck. Auch Frucht- und Gemüsesäfte (ohne Zuckerzusatz) können eine Portion Obst oder Gemüse ersetzen.

Getreideprodukte: Vollkornbrot, Müsli oder Cerealien wie z.B. Flocken, Flakes, Breie etc. versorgen den Körper mit komplexen Kohlenhydraten und halten den Blutzuckerspiegel konstant. Achten Sie bei handelsüblichen Frühstückscerealien und Müslimischungen wie Schokopops, Knusper- oder Schokomüsli usw. auf den Zucker- und Fettgehalt! Bevorzugen Sie Waren ohne Zuckerzusatz bzw. Vollkornvarianten.

Fettarme Milch und fettarme Milchprodukte: Joghurt, Käse, Frischkäse, Hüttenkäse oder Topfenzubereitungen.

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