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Herzstillstand: Laienhilfe kann mehr Leben retten

Symbolfoto Herzmassage © belleepok
05.09.2012

Allein in Wien sterben pro Jahr rund 3.000 Menschen an Herzstillstand. Die Betroffenen sind im Schnitt erst 66 Jahre alt. Doch weder ein Herzinfarkt, noch ein Herzstillstand müssen tödlich enden. Rasch durchgeführte Erste Hilfe durch Laien ist für das Überleben entscheidend. Eine aktuelle Studie der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) zeigt, dass noch mehr Personen gerettet werden könnten, wenn Laien öfter Wiederbelebungsmaßnahmen durchführten.

Höhere Überlebenraten in Studie nachgewiesen

In der Studie wurden die Überlebensraten von Personen mit Herzstillstand aus den Jahren 2009 und 2010 untersucht. Mehr als 7.000 Einsätze der Wiener Rettung, die an der Studie mitarbeitete, lieferten dafür die Datengrundlage. Die Ergebnisse zeigen: Wurde sofort Erste Hilfe durch Laien vorgenommen, lag die Überlebensrate (rund 14 Prozent) deutlich höher, als bei Personen, bei denen keine Erste Hilfe durch Laien erfolgte (rund acht Prozent).

Die in der Studie ermittelten Überlebensraten bei Herzstillstand liegen im internationalen Mittelfeld, Verbesserungen sind jedoch möglich. So weisen skandinavische Länder deutlich höhere Überlebensraten auf. In diesen Ländern führen Laien wesentlich öfter Erste-Hilfe-Maßnahmen durch.

Univ.-Prof. Dr. Fritz Sterz von der Universitätsklinik für Notfallmedizin der MedUni Wien erklärt: „In Wien hilft bei jedem zweiten Herzstillstand ein Laie. Im internationalen Vergleich ist dieser Wert recht hoch. Toll wäre es, wenn Laien in jedem Fall helfen würden.“ Dadurch ließe sich die Überlebensrate bei Herzstillstand deutlich steigern. Wichtig sei, über Erste-Hilfe-Maßnahmen und den Einsatz von automatischen Defibrillatoren besser zu informieren, zum Beispiel mit Hinweistafeln über richtiges Verhalten oder in Notfallkursen in Schulen. Auch gelte es, Ängste bei Ersthelferinnen und Ersthelfern abzubauen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen und Notfall-Check

Herzmassage unbedingt, Beatmung wenn möglich: Diese Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten nach dem Notruf solange durchgeführt werden, bis die Rettung eintrifft.

Rasche Erste Hilfe ist notwendig. Denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist das Gehirn ohne Wiederbelebungsmaßnahmen bereits nach fünf Minuten geschädigt.
Für Laienhelferinnen und -helfer besteht kein Grund, Angst zu haben, etwas falsch zu machen. Bei einem Notruf unterstützt die Rettungsleitstelle über das Telefon, einen Kreislaufstillstand richtig zu erkennen und gibt Anleitungen für weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen, bis die Notärztin/der Notarzt eingetroffen ist.

Ein einfacher Notfall-Check umfasst folgende Punkte:

  • Bewusstsein kontrollieren.
  • Atmung kontrollieren.
  • Wenn keine Atmung vorhanden: Sofort Notruf 144 wählen und Wiederbelegung starten!
  • 30-mal Herzdruckmassage durchführen mit einer Frequenz von rund 100-mal pro Minute.
  • Anschließend zweimal Beatmen, dann wieder 30-mal Herzdruckmassage durchführen.

Weitere Informationen: Erste Hilfe im Notfall.

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