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Jubiläum: 120 Jahre Österreichisches Lebensmittelbuch

Verbraucher studiert Lebensmitteletikett © Chepko Danil
17.10.2011

Vor 120 Jahren begannen die ersten Aktivitäten zur Erarbeitung eines österreichischen Lebensmittelbuches, des Codex alimentarius austriacus. Der österreichische Codex diente als Vorbild für einen internationalen Zusammenschluss: Mittlerweile sind 185 Staaten und die gesamte EU Mitglieder des weltweiten Codex alimentarius, der z.B. bei Verfahren vor der Welthandelsorganisation (WTO) von Bedeutung ist.

Verbraucherbedürfnisse im Wandel der Zeit


Das Österreichische Lebensmittelbuch soll zu mehr Sicherheit beitragen und dient dem Gesundheits- und Täuschungsschutz der Verbraucherinnen und Verbraucher. „Lebensmittel in Österreich sind heutzutage so sicher wie nie zuvor, gleichzeitig sind Konsumentinnen und Konsumenten durch Lebensmittelskandale wie Dioxin oder EHEC extrem verunsichert und fühlen sich durch Fehlinformationen auf Verpackungen über Herkunft oder Inhalt getäuscht“, so Gesundheitsminister Alois Stöger anlässlich einer Fachtagung zum Jubiläum des Codex.

Entsprechend den Entwicklungen und Neuerungen in der (Lebensmittel-)Industrie versteht sich das Lebensmittelbuch als kontinuierlicher Verbesserungsprozess: War vor rund hundert Jahren z.B. ein Übermaß an Rinderfett, Haut, Darm und Schlachtabfällen in Würsten ein Anliegen für konkrete Definitionen im Lebensmittelbuch, sind es heute neue Herausforderungen wie z.B. „Analogkäse“, „Schummelschinken“ und andere oft irreführende Produkte im Handel. Die ständige Anpassung und Aktualisierung des Codex erfolgt über ein objektives Gutachten durch Sachverständige, die sogenannte Codexkommission. Sie besteht aus Mitgliedern der Behörden, Untersuchungsanstalten, Kammern, Gewerkschaftsbund, Industrie und Wissenschaft.

Das steht im Codex alimentarius austriacus:
  • Das Österreichische Lebensmittelbuch legt fest, wie ein Lebensmittel beschaffen sein muss.
  • Es enthält Beschreibungen, Empfehlungen, Sachbezeichnungen, Begriffsbestimmungen, Untersuchungsmethoden und Beurteilungsgrundsätze zur Sicherstellung des Gesundheits- und Täuschungsschutzes.
  • Der Codex enthält zudem Richtlinien für das Inverkehrbringen von Waren. 
Staatliches Gütezeichen angedacht


Um gegen den herrschenden Gütesiegeldschungel vorzugehen und mehr Transparenz zu bieten, ist ein staatliches Gütesiegel angedacht. Ein diesbezügliches Gesetz befindet sich in Erarbeitung: „Ziel ist eine klare, verlässliche und nachvollziehbare Hilfe für die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf ihrer täglichen Lebensmittel“, so der Gesundheitsminister.

Nähere Informationen erhalten Sie am Gesundheitsportal unter Lebensmittelsicherheit in Österreich.

Weitere Informationen:


120 Jahre Österreichisches Lebensmittelbuch (BMASGK)
Österreichischer Lebensmittelcodex, Codex alimentarius austriacus (BMASGK)
Weltweiter Codex alimentarius
Lebensmittelsicherheitsbericht 2010

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