Weltgesundheitstag: Vertrauen in Wissenschaft stärken
Die Gesundheit der Menschen sei laut WHO untrennbar mit der Gesundheit von Tieren, Pflanzen, Umwelt und des Planeten insgesamt verbunden. Dafür verwendet die WHO den Begriff „One-Health“ – „eine Gesundheit“.
Verlässliches Wissen bereitstellen
„Jedes Jahr analysiert die WHO in Europa mehr als 240.000 Ereignisse der öffentlichen Gesundheit aus 53 Mitgliedstaaten“, erklärt Ihor Perehinets, Direktor für Gesundheitssicherheit bei der WHO Europa. Ein weltweites Netzwerk von mehr als 800 WHO-Kooperationszentren hilft dabei, den One-Health-Ansatz praktisch umzusetzen. Dabei geht es unter anderem darum, verlässliches Wissen zum Schutz der Gesundheit bereitzustellen. Dieses Wissen entsteht zum Beispiel durch die Sammlung von Daten, die Bewertung von Risiken oder die Untersuchung von Krankheitsausbrüchen.
Ein Beispiel für den One-Health-Ansatz ist die Bekämpfung von antimikrobiellen Resistenzen. Das bedeutet: Krankheitserreger werden gegenüber Medikamenten unempfindlich. Antibiotika wirken dann nicht mehr richtig. Ursachen sind zum Beispiel natürliche Veränderungen im Erbgut der Bakterien, aber auch eine falsche oder zu häufige Einnahme der Medikamente. Um dieses Problem zu lösen, müssen verschiedene Fachbereiche zusammenarbeiten. Dazu gehören nicht nur Medizin oder Naturwissenschaften, sondern auch Fachleute aus den Verhaltenswissenschaften, der Ökonomie oder den Geisteswissenschaften. Das sei notwendig, „damit Menschen ein Thema verstehen und bereit sind, ihr Verhalten zu ändern“, erklärt Tony Holohan vom One-Health-Kooperationszentrum der WHO in Dublin.
Appell an Vertrauen in die Wissenschaft
Das Vermeiden zukünftiger Gesundheitsbedrohungen erfordere mehr als nur technische Lösungen – es hänge von Vertrauen, Transparenz und der Einbindung der Bevölkerung ab, betont der WHO-Experte Nohlan. „Ohne dieses Vertrauen in die Wissenschaft, ohne Gemeinschaftsgefühl und Solidarität können wir Maßnahmen nicht umsetzen, von denen wir auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse wissen, dass sie wirken“, sagt Nohlan.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde im Jahr 1948 gegründet. Der Weltgesundheitstag widmet sich jedes Jahr am 7.4. einem Gesundheitsthema von globaler Bedeutung, um es in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.
Weitere Informationen:
- World Health Day 2026 (WHO)
- One Health - was bedeutet das? (Fonds Gesundes Österreich)
Letzte Aktualisierung: 8. April 2026
Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal