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Bleiintoxikation

akute oder chronische Vergiftung mit dem Schwermetall Blei

Eine Bleivergiftung (Bleiintoxikation, Saturnismus) entsteht durch die Aufnahme von Blei mit der Nahrung, über die Atemwege oder die Haut. Sie kann (in seltenen Fällen) akut oder (häufiger) chronisch auftreten. Blei gelangt über den Blutkreislauf in den ganzen Körper und wird vor allem in den Knochen und Zähnen eingelagert. Blei schädigt unter anderem das Nervensystem, den Magen-Darm-Trakt, das Knochenmark und die Blutbildung und führt zum Beispiel zu Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerz, Appetitlosigkeit bzw. Lähmungserscheinungen. Die Giftwirkung von Blei beruht auf der Blockierung von Enzymen. Dadurch können rote Blutkörperchen (Erythrozyten) nicht mehr ausreichend nachgebildet werden, und es entwickelt sich eine Blutarmut (Bleianämie). Die Betroffenen leiden unter Verdauungsstörungen und starken Bauchschmerzen (Bleikolik). Am auffälligsten sind eine blasse, fahle Hautfarbe (Bleikolorit) sowie ein schwarzblauer bis schiefergrauer Saum auf dem Zahnfleisch (Bleisaum) um die bräunlich verfärbten Zähne. Im Labor zeigt sich zudem ein erhöhter Bleispiegel (BAT-Wert). Im Urin ist die sogenannte Deltaaminolävulinsäure erhöht. Eine Bleivergiftung wird mit Medikamenten behandelt, die das Blei binden und es somit unschädlich machen.
Synonyme: Bleivergiftung, Saturnismus
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