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WHO: Viel Bewegung und Nichtrauchen beugen Demenz vor

Seniorenpaar beim Joggen © lordn
Seniorenpaar beim Joggen © lordn
20.05.2019

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte am 14. 5. eine neue Leitlinie zur Demenzvorbeugung vor: An oberster Stelle der insgesamt zwölf Empfehlungen stehen regelmäßige Bewegung, Nichtrauchen und gesunde Ernährung. Die WHO-Empfehlungen bewerten verschiedene Maßnahmen zur Demenzvorbeugung auf Basis wissenschaftlicher Grundlagen. Die Zahl der von Demenz betroffenen Menschen wird derzeit auf 50 Millionen weltweit geschätzt. Sie soll sich bis zum Jahr 2030 auf 150 Millionen Betroffene verdreifachen.

Für die Empfehlungen bewertete eine Expertengremium die wissenschaftlichen Grundlagen (Evidenz) sowie die Vor- und Nachteile von Maßnahmen und leitete daraus zwei Gruppen von Empfehlungen ab: stark und bedingt empfehlenswerte Maßnahmen. 

Regelmäßige Bewegung und Nichtrauchen stark empfohlen

Bewegung steht an erster Stelle der WHO-Empfehlungen. Begründet wird dies unter anderem mit günstigen Einflüssen von Bewegung auf das Herz-Kreislauf-System und auf die Hirnstrukturen. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche mit mittlerer Intensität oder 75 Minuten mit höherer Intensität. In den Bewegungsempfehlungen wird der Mix aus Alltagsaktivitäten, Ausdauertraining und muskelkräftigenden Aktivitäten genau erklärt.

Mit dem Rauchen aufzuhören, wird auch als stark empfehlenswerte Maßnahme zur Demenzvorbeugung genannt, da ein Rauchstopp auch viele andere Vorteile für die Gesundheit mit sich bringt. Weitere starke Empfehlungen sind eine gutes Behandlungsmanagement von Bluthochdruck und Diabetes.

Hingegen wird von Vitamin E und B sowie bestimmten Fettsäure-Ergänzungsmitteln zur Demenzvorbeugung abgeraten.

Die Grundlagen der WHO-Leitlinien zur Demenzvorbeugung

Das Alter gilt zwar als stärkster Risikofaktor für geistigen Abbau. Die WHO-Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass Demenz keine unvermeidbare Folge des Alterns ist. Zahlreiche Studien zeigten einen Zusammenhang zwischen Demenz und Lebensstilfaktoren, wie körperliche Aktivität, Tabak- und Alkoholkonsum oder ungesunden Ernährungsgewohnheiten.

Auch bestimmte Erkrankungen stehen mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung, z.B. Bluthochdruck, Diabetes, zu hohes Cholesterin, Fettleibigkeit und Depression. Diese beeinflussbaren Risikofaktoren könnten durch vorbeugende Maßnahmen, z.B. im Rahmen von Präventionsprogrammen, beeinflusst werden. Die neue Leitlinie würde eine fundierte, evidenzbasierte Grundlage, z.B. für die Beratung von Patientinnen und Patienten oder für Präventionsprogramme darstellen, so die WHO. Viele der Risikofaktoren für Demenz gelten auch für andere nichtübertragbare Erkrankungen, wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder erworbene Stoffwechselerkrankungen.

Ein wichtiger Teil von nationalen Demenzstrategien ist auch die Unterstützung von pflegenden Angehörigen, so die WHO.

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