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Weltumwelttag: Klimawandel und gesundheitliche Auswirkungen

Klimawandel Symbolfoto © Nmedia
Klimawandel Symbolfoto © Nmedia
05.06.2020

Die Folgen des Klimawandels stellen eine zunehmende Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung dar. Anlässlich des heutigen Weltumwelttages betonten der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter gemeinsam mit Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober die massiven Auswirkungen der Klimakrise auf die Gesundheit.

Die gesundheitlichen Auswirkungen durch die Klimakrise sind bereits deutlich spürbar: Starke Hitze, Trockenheit, Feinstaubbelastungen und allergene Pollenbelastungen führen gerade in Ballungsräumen zu gesundheitlichen Folgeschäden. Allein im Jahr 2019 hatte Österreich 198 Hitzetote zu verzeichnen.

Insbesondere Kinder, ältere Menschen, Herz-Kreislauf-Patientinnen und -Patienten und jene mit Atemwegserkrankungen sind besonders betroffen. Die Klimakrise begünstigt auch die zunehmende Verbreitung von Infektionskrankheiten. Bisher in unseren Breitengraden nicht verbreitete Erreger werden durch die erhöhten Temperaturen bei uns heimisch. Aber auch die potentielle Gefahr durch das Auftauen von Permafrost führt zur Wiederbelebung und Verbreitung teils unbekannter Bakterien- und Virenstämme.

„Die Klimakrise ist ein sehr massives Problem, das uns noch lange begleiten wird. Umweltschutz ist in diesem Zusammenhang Gesundheitsschutz. Die Herausforderungen sind enorm: Wenn wir hier nichts tun, werden wir bald an die Belastungsgrenze des Gesundheitssystems kommen. Anpassungsmaßnahmen im Gesundheitssystem sind sinnvoll und notwendig, haben aber Grenzen. Klimaschutz und Vorsorge sind hier daher unabdingbar“, sagte Umweltmediziner Hans-Peter Hutter. 

Österreich ist über wirtschaftliche, soziale und politische Prozesse mit den Folgen der Klimakrise in anderen Weltregionen konfrontiert, so das BMK in einer Aussendung. In Zahlen belaufen sich die quantifizierbaren Gesundheitsschäden bereits auf 270 bis 2.300 Millionen Euro (ab 2050: 520 bis 5.700 Millionen Euro). Aufgrund komplexer Wirkungszusammenhänge ist mit Kosten von bis zu 10 Milliarden Euro jährlich zu rechnen.

Mit einem gemeinsamen Appell haben sich auch die Bundespräsidenten Österreichs, Deutschlands und der Schweiz, Alexander Van der Bellen, Frank-Walter Steinmeier und Simonetta Sommaruga, anlässlich des Weltumwelttags für Klima- und Umweltschutz und „Arbeitsplätze mit Zukunft“ eingesetzt. Erfolgreiche Klimapolitik müsse man mit der Bevölkerung gestalten, hieß es in einem Bericht auf orf.at. Dazu müssten die Bürgerinnen und Bürger unabhängig von ihrem Einkommen klimaverträglich leben können.

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