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Weltstillwoche 2018: Mehr Aufmerksamkeit dem Stillen

Baby wird gestillt © golubovy

Von 1. bis 7. Oktober 2018 findet die internationale Weltstillwoche statt. 1991 ins Leben gerufen wird sie einmal jährlich organisiert, immer in Kalenderwoche 40. Denn: auch eine Schwangerschaft dauert (im Normalfall) 40 Wochen.


Die Weltstillwoche wird organisiert von der World Alliance Breastfeeding Action (WABA) und unterstützt u.a. von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Weltkinderhilfswerk (UNICEF). Es ist die weltweit größte Kampagne stillfördernder Organisationen und Netzwerke. Das gemeinsame Ziel ist, die öffentliche Aufmerksamkeit für das Stillen zu erhöhen.

„Stillen – Basis fürs Leben“

So lautet das Motto der Weltstillwoche. Natürlich gibt es sehr gute Alternativen zur Muttermilch, denn Stillen ist aus verschiedenen Gründen nicht immer möglich. Expertinnen und Experten sind sich jedoch einig: Stillen ist die beste Ernährungsform für Säuglinge. Die WHO empfiehlt, Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen und es auch nach Beginn der Beikost noch fortzuführen.

Muttermilch bietet Babys alles, was sie in den ersten Lebensmonaten brauchen. Sie enthält wichtige Nährstoffe und Antikörper, ist gut verträglich und reicht aus, um Durst und Hunger zu stillen. Und nicht zuletzt: sie ist kostenlos und jederzeit verfügbar.

Stillen bedeutet aber mehr als nur Nahrungsaufnahme, es vermittelt dem Baby Geborgenheit und Nähe und schafft eine unvergleichliche Bindung zwischen Mutter und Kind.

Mehr zum Thema: Stillen – gesunder Start ins Leben  

Aller Anfang ist schwer

Nicht immer klappt das Stillen völlig reibungslos: Schwierigkeiten beim Anlegen des Babys, Schmerzen, Brustentzündung, wunde Brustwarzen oder unzureichender Milchfluß sind nur einige Probleme, mit denen sich frisch gebackene Mütter konfrontiert sehen. Hebammen sowie ausgebildete Still- und Laktationsberaterinnen (IBLCE-Examen) haben Tipps auf Lager und bieten Hilfestellung in dieser besonderen Zeit. Informieren Sie sich unter www.hebammen.at sowie unter www.stillen.at und finden Sie Unterstützung in Ihrer Nähe.

Kostenlose Hebammenbetreuung

Seit 2017 haben alle Frauen nach der Geburt Anspruch auf Hebammenbetreuung im Wochenbett. Fünf Hausbesuche in den ersten fünf Tagen nach der Geburt werden von der Krankenkasse bezahlt, bei Bedarf sieben weitere.

Mehr zum Thema: Wochenbett: Nachsorge & Pflege

Österreich: Lücken im System

Trotz aller Vorteile, die das Stillen mit sich bringt, und aller Maßnahmen, die in den letzten Jahren zur Stillförderung umgesetzt wurden, hat Österreich im europaweiten Vergleich „Lücken im System“. Zu diesem Ergebnis kam eine Erhebung der World Breastfeeding Trends Initiative (WBTi) Anfang des Jahres. 

In Österreich ist demnach „vieles gut“. So wurden z.B. die Möglichkeit zur kostenlosen Hebammenbetreuung und die Regelung rund um den Mutterschutz positiv hervorgehoben. Auch die Initiative „Richtig essen von Anfang an“ – ein Gemeinschaftsprojekt der AGES, des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz sowie des Hauptverbandes der Österreichischen Sozialversicherungsträger – erntet Anerkennung. Sie bietet umfangreiche Informationen, Workshops und Beratungen zum Thema Säuglings- und Kinderernährung sowie Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit.

Mehr Informationen: Richtig essen von Anfang an

Die „Baby friendly hospital Initiative (BFHI)“ wird als weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Strategie zur Stillförderung genannt. Gleichzeitig wird hier aber auch Verbesserungsbedarf gesehen: Nur 21 Prozent aller Geburtsabteilungen in Österreich sind BFHI-zertifiziert, erfüllen also die Anforderungen, mit denen die Rahmenbedingungen für das Stillen in Kreißsälen und Wochenbettstationen verbessert werden sollen.

Österreich benötige insgesamt mehr Strategien, um den Informationsfluss zum Thema Säuglings- und Kleinkindernährung weiter auszubauen, so das Resümee des Reportes. Wünschenswert wären etwa mehr Informationen bereits in der Schule bzw. der Ausbildung, speziell für alle im Gesundheitssystem tätigen Berufsgruppen.

Erster europäischer Stillkongress

Ein „Highlight der heurigen Weltstillwoche“ ist der erste europäische Stillkongress. Diese Kooperation des österreichischen Verbandes der Still- und LaktationsberaterInnen IBCLC (VSLÖ) mit dem Europäischen Institut für Stillen und Laktation (EISL) und dem Studiengang der Hebammen des FH Campus Wien findet von 8. bis 11. November 2018 in Wien statt. An drei Kongresstagen werden Vorträge, Workshops sowie ein Austausch zwischen Expertinnen und Experten geboten. So ist es möglich, „einen noch größeren Fachkreis anzusprechen“, freuen sich die Veranstalterinnen und Veranstalter. Mehr Information finden Sie unter kongress-stillen.com.

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