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Welt-Krebs-Tag: Neue Initiativen zur Krebsversorgung

Krebs-Zellen © Juan Gärtner
Krebs-Zellen © Juan Gärtner
04.02.2020

Mit der Diagnose Krebs leben in Österreich laut aktueller Daten rund 358.000 Personen. Das Risiko, an einer Krebserkrankung zu sterben, geht allerdings seit Jahren zurück. Frühere Diagnosestellungen und neue Therapiemethoden führen zu einer längeren Überlebensdauer von Personen, die an Krebs erkrankt sind. Anlässlich des Weltkrebstages am 4.2. präsentierte das Sozialministerium neue Initiativen zur Verbesserung der Versorgung Krebskranker und machte auf vermeidbare Krebsrisiken und die Bedeutung der Früherkennung aufmerksam.

Laut Angaben der WHO ist etwa ein Drittel der Krebs-Todesfälle auf fünf Hauptrisikofaktoren zurückzuführen: ein hoher Body Mass Index, geringer Obst- und Gemüse-Konsum, Bewegungsmangel, Rauchen und Alkohol-Konsum. Ein Teil der Krebserkrankungen ist durch  Infektionen bedingt: So kann eine Hepatitis-Infektion die Entstehung von Leberkrebs begünstigen oder das Humane Papilloma Virus (HPV) Gebärmutterhalskrebs oder Peniskarzinom mitverursachen.

Krebsrisiko senken

Durch Verbesserungen bei den Risikofaktoren und Vermeidung von Infektionen ist ein hoher Anteil der Krebserkrankungen grundsätzlich vermeidbar: Jeder und jede Einzelne kann durch entsprechende Lebensstile selber viel tun. Es braucht dafür aber auch die gesellschaftliche und politische Unterstützung, so das Sozialministerium in einer Aussendung.

Wie sich Krebserkrankungen und Behandlungen entwickeln

In den nächsten Jahren wird ein Anstieg der Neuerkrankungen an Krebs in Österreich prognostiziert, vor allem aufgrund der demografischen Alterung. So erwarten Expertinnen und Experten eine Zunahme der Krebs-Neuerkrankungen von rund 41.300 Fälle im Jahr 2020 auf 43.700 Fälle im Jahr 2030. Gleichzeitig gibt es aber auf den Gebieten der Diagnose und der Therapie positive Entwicklungen. Diese führen dazu, dass die Anzahl der Personen, die an Krebs versterben, zurückgeht und die Lebensdauer und die Lebensqualität der Betroffenen steigen. Das berichtete das Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien.

Wesentlichen Anteil an diesem Fortschritt haben die Forschungen im Bereich der Präzisionsmedizin und die Innovationen, die sich daraus ableiten. Das tiefere Verständnis der Tumorbiologie und der Genetik, die hinter der Erkrankung stehen, führt zum einen zu besserer Vorsorge und Prävention bei Risikogruppen. Zum anderen können Therapieempfehlungen wesentlich individueller und damit treffsicherer erstellt werden.

Neue Initiativen

Am Welt-Krebs-Tag präsentierte Gesundheitsminister Rudolf Anschober zwei Projekte in der Krebs-Früherkennung und der Versorgung Krebskranker, deren Umsetzung vorbereitet wird:

Für an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche wird ein „Survivorship Passport“ (SUPA) eingeführt. „Das Ziel ist, relevante Informationen darauf gebündelt zusammenzuführen“, sagte der Gesundheitsminister. Konkret werden Diagnosen, Therapien, Kontrolluntersuchungen und individuelle Nachsorge-Empfehlungen in dem Pass zusammengefasst. Auch für die weitere Betreuung durch verschiedene Ärztinnen/Ärzte und andere Gesundheitsberufe sind die Informationen rasch abrufbar.

Screening-Programme werden für die Früherkennung von Krebserkrankungen eingesetzt. Dabei stehen der wissenschaftlich gesicherte Nutzen und die Qualitätssicherung im Mittelpunkt. Ein Beispiel in Österreich ist das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm. Für die Planung von Screening-Programmen wird zurzeit ein unabhängiges Beratungsgremium eingerichtet.

Weitere Informationen:

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