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Weltdiabetestag: Regelmäßige ärztliche Kontrollen trotz Pandemie wichtig

Diabetes Test mit Messgerät © Kzenon
Diabetes Test mit Messgerät © Kzenon
13.11.2020

Auch in Zeiten der durch die Corona-Pandemie bedingten Lockdowns appellieren Expertinnen und Experten der MedUni Wien anlässlich des Weltdiabetestags am 14. November 2020 an Diabetikerinnen und Diabetiker, nicht auf die regelmäßige Einnahme von Medikamenten und auf ärztliche Kontrollen zu verzichten. Das Aussetzen von Behandlungen und Untersuchungen erhöht die gesundheitlichen Risiken, wie eine aktuelle Datenauswertung der MedUni Wien ergeben hat.

In Österreich sind derzeit rund 750.000 Menschen von Typ 2 Diabetes mellitus betroffen. „Diabetes-Betroffene gehören aufgrund ihrer Krankheit zu den COVID-19-Risikogruppen mit schwererem Krankheitsverlauf und höherer Sterblichkeit. Sie sollten besonders vorsichtig sein“, stellt die Stoffwechselexpertin Alexandra Kautzky-Willer von der MedUni Wien fest, „aber auch in der Corona-Pandemie sollten Betroffene nicht auf die regelmäßige Einnahme von Diabetes-Medikamenten und ärztliche Kontrollen verzichten. Eine schlechte Stoffwechseleinstellung erhöht das Risiko!“  

Alexandra Kautzky-Willer und Peter Klimek vom Institut für Wissenschaft Komplexer Systeme der MedUni Wien werteten Krankheitsfälle von Diabetikerinnen und Diabetikern in Österreich aus. Die Daten wurden vom Dachverband der Sozialversicherungsträger zur Verfügung gestellt.

Mittels epidemiologischer Ausbreitungsmodelle analysierte das Forscherteam die Krankheitsgeschichten von Diabetes-Patientinnen und Patienten, meist im Alter über 50 Jahre, im Zeitraum von 2012 bis 2017. Als DiabetikerInnen wurden all jene Personen definiert, die anti-diabetische Verschreibungen einlösen bzw. zu regelmäßigen HbA1c-Kontrollen (Messung der Blutzuckerwerte) gehen.

Aussetzen von Medikationen erhöht Sterberisiko 

Die Auswertungen bestätigten das Ost-West-Gefälle in Österreich, wonach es deutlich mehr Diabetikerinnen und Diabetiker in Wien, Niederösterreich und Burgenland gibt als in den westlichen Bundesländern. Daneben zeigte sich auch, dass immer mehr jüngere Frauen (30 bis 40 Jahre) an Diabetes erkranken. 

Kautzky-Willer erklärt: „Bei einer Dreiviertelmillion Betroffenen können wir tatsächlich von einer Diabetes-Epidemie in Österreich sprechen. Aber unsere Berechnungen zeigen auch, dass die Zahl der Neuerkrankungen derzeit auf hohem Niveau stagniert bzw. vor allem bei den Älteren leicht rückfällig ist.“ 

Es wurde aber auch deutlich, dass im untersuchten Zeitraum – also schon vor den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie – rund ein Viertel mindestens ein Jahr entweder auf die Einnahme der Medikamente verzichtete oder die regelmäßigen Kontrollen nicht einhielt. Und die Folgen werden ebenfalls sichtbar. „Unsere Zahlen zeigen, dass diese inkonsistente Gruppe ein höheres Sterberisiko aufweist als jene, die sich an Medikationen und Kontrollen halten“, erklärt Kautzky-Willer und appelliert daher, auch in Zeiten von Corona die Medikamente einzunehmen und regelmäßig die Blutzuckerwerte checken zu lassen. „Im Fall einer aktiven Infektion kann eine Anpassung der Diabetesmedikation nötig werden, was oft telemedizinisch geklärt werden kann.“  

Weitere Informationen: 

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