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Übergewicht nimmt am Land stärker zu als in Städten

Übergewichtige Frau beim Wandern © Kletr
13.05.2019

Von Übergewicht und Fettleibigkeit sind weltweit immer mehr Menschen betroffen – besonders jene, die auf dem Land leben. Das gilt auch für Österreich. Dies zeigt eine internationale Studie, die den Body-Mass-Index (BMI) von 112 Millionen Erwachsenen aus 200 Ländern – darunter Österreich – ausgewertet hat. Der Anstieg des BMI in ländlichen Gebieten trägt laut Studie wesentlich zur  globalen Fettleibigkeitsepidemie bei Erwachsenen bei.

Zwischen 1985 und 2017 erhöhte sich der durchschnittliche BMI von Frauen und Männern weltweit um 2,1 Einheiten (kg/m²). Das entspricht einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von fünf bis sechs Kilogramm pro Person. Mehr als die Hälfte dieses weltweiten Anstiegs wurde dabei im ländlichen Raum verzeichnet.

Trendumkehr weltweit

Weltweit gesehen war noch im Jahr 1985 der BMI in städtischen Gebieten im Großteil der in der Studie untersuchten Länder höher als im ländlichen Raum. Im Verlauf des Untersuchungszeitraums hat sich dieser Unterschied zwischen Stadt und Land weltweit verringert und sogar umgekehrt.

Österreich: Höhere BMIs in ländlichen Gebieten

„Österreich gehört neben Schweden, Tschechien, Irland, Australien und den USA zu jenen Industrieländern, die beim BMI eine besonders große Differenz zwischen ländlichen und städtischen Regionen aufweisen – und das bereits seit 1985, also dem ersten Untersuchungsjahr“, betont Hanno Ulmer, Epidemiologe an der Medizinischen Universität Innsbruck und Mitarbeiter der Studie.

Mehr Übergewichtige bei den Männern

Der BMI ist eine Maßzahl zur Beurteilung des Körpergewichts.  Ein BMI über 25 kg/m² gilt als Übergewicht, über 30 kg/m² als Fettleibigkeit (Adipositas).

Höhere BMIs auf dem Land als in der Stadt sind in Österreich seit 1985 nachweisbar. Bei österreichischen Frauen mit Wohnort auf dem Land stieg der durchschnittliche BMI von 1985 bis 2017 von 24,3 auf 24,5 kg/m², bei Frauen, die in einer Stadt leben, von 23,3 auf 23,7 kg/m². „Eine wesentlich stärkere Gewichtszunahme als bei Frauen zeigt sich hingegen bei Österreichs Männern: Der BMI von Männern auf dem Land stieg in den letzten drei Jahrzehnten von 24,7 auf 27,0 kg/m² und in der Stadt von 24,2 auf 26,6 kg/m²“, so Ulmer.

In der vom Imperial College London geleitete internationale Studie wurden unter der Mitarbeit von mehr als 1.000 Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus aller Welt relevante Daten von über 112 Millionen Erwachsenen aus städtischen und ländlichen Gebieten im Zeitraum von 1985 bis 2017 untersucht. Die Studie wurde im Wissenschaftsjournal „Nature“ veröffentlicht.

Weitere Informationen: 

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