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Studie: Hälfte der Corona-Infektionen nicht bekannt und meist symptomarm

Menschen überqueren Straße © Dmytro
Menschen überqueren Straße © Dmytro
26.11.2020

Erste Zwischenergebnisse einer landesweiten COVID-19-Studie zeigen: Bei rund der Hälfte der positiv getesteten Personen wäre die Ansteckung unentdeckt geblieben, da sie keine oder nur wenige Symptome aufwiesen. Die Infektionen waren der Behörde auch nicht bekannt. Mitte November waren hochgerechnet rund 228.000 Personen mit SARS-CoV-2 infiziert. Dies dürfte auf eine hohe Dunkelziffer hinweisen. 

Für die aktuelle Prävalenz-Studie der Statistik Austria wurden von 12. bis 14.11.2020 bei 2.263 Personen PCR-Tests durchgeführt. 

„Mitte November lag der Anteil SARS-CoV-2-Infizierter an der österreichischen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren im Schnitt bei 3,1 Prozent. Dabei waren die Anteile in Westösterreich signifikant höher als in Ostösterreich. Im Vergleich zu den letzten Prävalenz-Studien im April und Mai zeigt sich damit ein erheblicher Anstieg des Infektionsgeschehens kurz vor dem zweiten Lockdown“, so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Unerkannte Infektionen meist symptomarm

Weniger als die Hälfte der in der Studie nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektionen waren laut Auskunft der befragten bzw. getesteten Personen bereits der Gesundheitsbehörde bekannt. Das heißt: Diese Personen waren mit positivem Testergebnis in behördlicher Quarantäne oder hatten bereits zurückliegend ein positives Testergebnis.

Daraus schließt Statistik Austria, dass rund 55 Prozent der akuten Infektionen behördlich unerkannt bleiben. Bei den behördlich unerkannten Fällen war der Anteil von Personen mit höchstens einem Symptom besonders hoch. Nur ein geringer Anteil dieser Gruppe hatte erwartet, zum Testzeitpunkt infiziert zu sein. Die Infektion verläuft bei den behördlich nicht erfassten Personen überwiegend symptomfrei und bleibt ohne Testung unbemerkt, so Statistik Austria. 

Vorläufige Ergebnisse

Die aktuelle Studie wird von Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Roten Kreuz sowie der Medizinischen Universität Wien durchgeführt.

Bei den vorliegenden Auswertungen handelt es sich um vorläufige Daten, die zeitnah zur Erhebung veröffentlicht werden, um die Bevölkerung rasch über das aktuelle Infektionsgeschehen zu informieren. Nach der Prüfung dieser ersten Ergebnisse mit den für Ende November erwarteten Informationen des Elektronischen Meldesystems (EMS) werden Mitte Dezember endgültige Daten vorliegen. Ebenso werden erstmalig für ganz Österreich die Ergebnisse zur Seroprävalenz Mitte Dezember veröffentlicht. Diese gibt Auskunft über bereits durchgemachte SARS-CoV-2-Infektionen auf Basis gebildeter Antikörper.

Weitere Informationen:

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