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Studie: Geburt abwarten oder einleiten?

Sitzende schwangere Frau © nataliaderiabina
Sitzende schwangere Frau © nataliaderiabina
10.08.2020

Was tun, wenn ein Baby rund um den errechneten Geburtstermin nicht zur Welt kommt? Die Einleitung der Geburt kann – im Vergleich zum Abwarten – vorteilhaft für das Neugeborene und die Mutter sein. Medizin-Transparent fasst die Ergebnisse einer aktuellen Studie zusammen. 

Die Frage, ob die künstliche Einleitung einer Geburt mehr nutzt oder schadet, beschäftigt viele Eltern und Medizinerinnen/Mediziner. Ein australisches Forscherteam hat 34 aussagekräftige Studien mit 21.500 Frauen aus 16 Ländern zum Thema Geburtseinleitung analysiert. Die meisten untersuchten Frauen hatten kein erhöhtes Risiko für Komplikationen und hatten den errechneten Geburtstermin bereits überschritten.

Die Ergebnisse

Die Expertinnen/Experten von Medizin-Transparent stellten die wichtigsten Ergebnisse der im Juli 2020 veröffentlichten Übersichtsarbeit zusammen:

  • Geburtseinleitungen können für Babys lebensrettend sein. Bei Einleitungen kommt es zu weniger Todesfällen der Babys unmittelbar vor oder nach der Geburt als beim Abwarten. Dabei sind Todesfälle von Babys rund um die Geburt allgemein seltene Ereignisse.
  • Durch das künstliche Auslösen der Geburt sind etwas weniger Aufenthalte auf einer Intensivstation für die Neugeborenen notwendig.
  • Für Schwangere ohne spezielles Risiko bedeutet eine Einleitung wahrscheinlich ein etwas geringeres Risiko für einen Kaiserschnitt.
  • Es macht wahrscheinlich keinen oder keinen großen Unterschied für den Einsatz von Saugglocke oder Geburtszange, ob eingeleitet oder abgewartet wird. 

Offene Fragen

Die getroffenen Einschätzungen der neuen Übersichtsarbeit sind wissenschaftlich gut abgesichert. Offen bleibt laut Medizin-Transparent, welche Frauen eher von einer Einleitung profitieren und für welche es besser sein könnte, zu beobachten und abzuwarten – in Abhängigkeit vom individuellen Risikoprofil der jeweiligen Frau. Auch die Frage, wann der „richtige“ Zeitpunkt zum künstlichen Auslösen der Wehen gekommen ist, wird nicht beantwortet. Ebenso liefert die Studie wenige Informationen über die Wertvorstellungen und Wünsche der gebärenden Frauen und ihre Zufriedenheit mit der Entbindungsmethode.

Weitere Informationen:

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