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Nitrosamine in Luftballons

Kinder blasen Luftballone auf © Ilike
Kinder blasen Luftballone auf © Ilike
19.02.2020

Ob in Nahrungsmitteln, Tabak, Kosmetikartikeln oder Gebrauchsgegenständen aus Latex: Nitrosamine sind weit verbreitet. In Luftballons hätte man allerdings diese Substanzen nicht vermutet. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat Luftballons verschiedener Hersteller näher betrachtet. Das Ergebnis: Vier von 14 der untersuchten Produkte hätten aufgrund ihres Gehalts an Nitrosaminen gar nicht in Verkehr gebracht werden dürfen.

Nitrosamine sind giftige, stickstoffhaltige Verbindungen, die u.a. bei der Umwandlung von Nitrit  entstehen. Sie können etwa über Lebensmittel oder aus der Umwelt aufgenommen werden, aber auch im Verdauungstrakt gebildet werden.

Die Verbindungen können mit der DNA, also unserem Erbgut reagieren. Dabei können sie die DNA schädigen, was zur Entstehung von Tumoren führen kann. Die krebserregende Wirkung von Nitrosaminen konnte bisher nur in Tierversuchen gezeigt werden. Ob Nitrosamine auch beim Menschen krebserregend wirken bzw. in welchem Ausmaß, ist derzeit noch nicht eindeutig geklärt. 

Nitrosamine in Luftballons

Luftballons bestehen häufig aus Naturkautschuk. In diesem Rohstoff sind allerdings ursprünglich keine Nitrosamine enthalten. Diese entstehen erst bei der sogenannten Vulkanisierung, einem Verarbeitungsprozess, der die Luftballons widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchung machen soll. Das Gefährliche dabei: Die Stoffe können über die Luftballons beim Aufblasen über den Mund und beim Spielen über die Haut aufgenommen werden.

Im Extremfall können über Luftballons ebenso viele Nitrosamine wie über Lebensmittel aufgenommen werden, so das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Eine mögliche Belastung von Nitrosaminen über Lebensmittel ist zwar höher, als jene durch Luftballons. Dennoch sei die Belastung über Luftballons nicht akzeptabel. Sehr hohe Werte an Nitrosaminen seien gesundheitlich bedenklich und vermeidbar. Zu diesem Schluss kommt auch der VKI, vor allem weil Luftballons oft in Kinderhände gelangen können.

VKI-Empfehlungen für einen sicheren Umgang mit Luftballons

  • Aufgrund des möglichen Schadstoffgehalts und der möglichen Erstickungsgefahr sind Luftballons für kleinere Kinder zum Spielen nicht geeignet.
  • Zum Aufblasen von Luftballons am besten eine Pumpe verwenden.
  • Aufdrucke wie „laboratory tested“ bedeuten nicht automatisch, dass ein Produkt auch unbedenklich ist.
  • Ein unangenehm chemischer Geruch kann ein Indiz für Schadstoffbelastung sein. Derartige Produkte besser meiden.
  • Auch Luftballons aus Naturkautschuk sind nicht ohne Weiteres biologisch abbaubar, selbst wenn dies von manchen Herstellern behauptet wird. Sie sollten deshalb nicht im Biomüll entsorgt werden.
  • Das Steigenlassen von Luftballons im Freien ist nicht unbedenklich: Es trägt zur Umweltverschmutzung bei und ist in manchen Bundesländern genehmigungspflichtig. Zudem können Tiere durch den Verzehr der Überreste verenden.

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