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Start der HIV- und Hepatitis-Testwoche 2019

Symbolfoto HIV-Test © gamjai
Symbolfoto HIV-Test © gamjai
21.11.2019

Die Österreichischen AIDS-Hilfen sowie verschiedene Fachgesellschaften unterstützen von 22. bis 29. November 2019 die „Europäische HIV- und Hepatitis-Testwoche“. Ziel ist, HIV und Hepatitis ins Bewusstsein der Menschen und aus dem Tabu-Bereich zu holen. Die breite Öffentlichkeit wird in dieser Woche über Übertragungsrisiken informiert, und es gibt mehr regionale Angebote, um sich testen zu lassen.

HIV und Hepatitis sind noch immer ein Tabu und die Ansteckungsrisiken sind nicht ausreichend bekannt, so die AIDS-Hilfe in einer Aussendung. HIV-Infektionen werden beispielsweise oft viel zu spät erkannt, weil Menschen Angst vor einem HIV-Test haben. Auch fehlendes Risikobewusstsein und Angst vor Diskriminierung sind häufige Testbarrieren. Wichtig sei es daher, diese Barrieren abzubauen. Aufklärung zu Fragen wie „Welche Übertragungsrisiken gibt es?“ oder „Wann ist ein Test relevant für mich?“ steht im Vordergrund der „Europäischen HIV- und Hepatitis-Testwoche“.

Testen. Behandeln. Vorbeugen.

Ziel ist es, über die beiden Infektionskrankheiten umfassend zu informieren, regionale Testangebote zu schaffen, Behandlungsmöglichkeiten und die Vorteile einer frühen Diagnose zu erläutern und Personen mit einem erhöhten HIV-/Hepatitis-Risiko zum Test zu motivieren.  

„Wichtig ist es, dass jeder Mensch seinen HIV-Status kennt. Im Rahmen der Testwoche möchten wir viele Menschen testen und ihnen ihren aktuellen HIV-Status mitteilen“, so Wolfgang Wilhelm, Obmann der Aids Hilfe Wien. Denn eine frühe Diagnose ermöglicht einen rechtzeitigen Therapiestart und dieser bringt mitunter mehr Lebensjahre mit besserer Lebensqualität. Eine erfolgreiche medikamentöse Behandlung wiederum bewirkt, dass die Virenlast nicht mehr nachweisbar ist. So können HIV-positive Menschen, deren Virenlast durch die Medikamente unter der Nachweisgrenze ist, das HI-Virus nicht auf ihre Sexualpartnerinnen/-partner übertragen. Auch bei Hepatitis B gibt es inzwischen erfolgreiche Therapien, bei Hepatitis C ist sogar eine Heilung möglich.  

Späte HIV-Diagnosen

Mindestens jeder Dritte der etwa 2,5 Millionen mit HIV infizierten Menschen in der WHO-Europa-Region ist sich seiner Infektion nicht bewusst. In Österreich wird die Hälfte aller HIV-Diagnosen spät gestellt, wenn bereits eine deutliche Schwächung des Immunsystems stattgefunden hat. Dies bringt einen verzögerten Zugang zur Therapie mit sich, mindert den individuellen Therapieerfolg und führt zu weiteren - vermeidbaren - Infektionen sowie höheren Behandlungskosten. In der Region leben laut WHO-Europa ungefähr 15 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B und 14 Millionen Menschen mit Hepatitis C.

Die „Europäische HIV- und Hepatitis-Testwoche“ wird in Österreich vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, der Stadt Wien, medizinischen Fachgesellschaften, der Hepatitis Hilfe Österreich und den AIDS-Hilfen Österreichs getragen.

Weitere Informationen:

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