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Corona-Tests: Schwerpunkt in Pflegeheimen

Seniorin beim Online-Chat mit Kind © Maria
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07.08.2020

Ein Schwerpunkt von Corona-Tests liegt in Alten- und Pflegeheimen. Damit sollen Covid-19-Infektionen bei Bewohnerinnen und Bewohnern und Beschäftigten erkannt und weitere Ansteckungen verhindert werden. Bisher wurden rund 150.000 Testungen in Alten- und Pflegeheimen durchgeführt. Expertinnen und Experten analysierten Daten zu Covid-19-Infektionen in Pflegeeinrichtungen und untersuchten die Situation der Pflege während der Corona-Pandemie. Die Ergebnisse des Berichts wurden am 5.8. vorgestellt. 

Die Corona-Screenings sind ein wichtiges Mittel, um bei einem möglichen Anstieg der Infektionen in der Lage zu sein, Infektionsfälle rasch zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Gesundheitsminister Rudolf Anschober erklärte dazu bei der Vorstellung des Berichts „COVID-19 in Alten- und Pflegeheimen“: „Testungen in Alten- und Pflegeheimen sind auch in Zukunft ein zentraler Teil unseres Screening-Programmes, mit dem wir Menschen in gefährdeten Bereichen auch ohne Vorliegen von Symptomen testen.” 

Wenige Infektionen in Alten- und Pflegeheimen

Die Analyse der COVID-19-Situation in Alten- und Pflegeheimen wurde von der Gesundheit Österreich GmbH im Auftrag des Gesundheitsministeriums durchgeführt. Bis zum 22.6.2020 wurden insgesamt 923 Infektionsfälle in Alten- und Pflegeheimen erfasst, dies entspricht 1,3 Prozent aller Bewohnerinnen und Bewohner. 0,4 Prozent der Infizierten (260 Personen) verstarben an der Erkrankung – dies entspricht einem Anteil von rund 36,8 Prozent an allen bis zu diesem Zeitpunkt verstorbenen COVID19-Fällen in Österreich.

Die im Bericht ausgewerteten Daten zeigen, dass der Anteil an COVID-19-Fällen in diesen Einrichtungen im internationalen Vergleich niedrig ausfällt. Der Schutz vor einer COVID-19-Infektion hat also in Österreich im Vergleich mit anderen Ländern gut funktioniert.

Der Bericht unterstreicht auch deutlich das erhöhte Risiko für ältere Personen durch das neuartige Coronavirus. Insgesamt entfielen in Österreich von allen COVID-19-Verstorbenen 97 Prozent auf die Altersgruppe 60 plus. Besonders hoch ist der Anteil der über 80-Jährigen (61,4 Prozent). In anderen erfassten OECD-Ländern war die Sterblichkeit der über 60-Jährigen in mit 94 Prozent geringfügig niedriger als in Österreich.

Information über Schutzmaßnahmen wichtig

Im Verlauf der Corona-Pandemie wurden in Alten- und Pflegeheimen verschieden Maßnahmen gesetzt, um die Bewohnerinnen und Bewohner vor eine Infektion mit COVID-19 zu schützen. Eine der ersten und wesentlichen Schutzmaßnahmen war das „Abstand halten“ zu anderen Personen. Auch Besuchsbeschränkungen in Pflegeheimen wurden von Mitte März bis Juni umgesetzt. 

Verbesserungspotenzial gebe es laut Bericht unter anderem in der Information über Maßnahmen und bei der Schutzausrüstung für das Personal. Als problematisch bei der Kommunikation mit Angehörigen führten die befragten Pflegeeinrichtungen eine mangelnde Akzeptanz von Sicherheitsvorkehrungen durch die Angehörigen an. Die Kommunikation zwischen Angehörigen und Bewohnerinnen/Bewohnern konnte laut Bericht durch die Nutzung digitaler Tools in den meisten Einrichtungen gut sichergestellt und der Kontakt mittels Tablets, Telefonaten, Briefen, Videotelefonie, Versenden von Videos aus dem Alltag  etc. aufrechterhalten werden. 

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