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Schlaganfall: Jeder zweite wäre vermeidbar!

Symbolfoto Schlaganfall im Gehirn © psdesign1
04.04.2016

Würde man den häufigsten Risikofaktoren – Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2, Vorhofflimmern und Fettstoffwechselstörungen – vorbeugen, könnte jeder zweite Schlaganfall in Österreich verhindert werden. 

Das erklärten Vertreterinnen und Vertreter wissenschaftlicher Fachgesellschaften bei einer Pressekonferenz des Verlagshauses der Ärzte (VdÄ). Jedes Jahr erleiden rund 25.000 Menschen in Österreich einen Schlaganfall. Trotz guter Akutversorgung sind Schlaganfälle die dritthäufigste Todesursache. Jährlich verlieren bis zu 7.000 Menschen nach einem Schlaganfall ihre Selbstständigkeit.

Notfall Schlaganfall: Jede Minute zählt

Ein Schlaganfall entsteht, wenn das Gehirn nicht ausreichend mit Blut versorgt wird. Dies wird meist durch ein verstopftes Blutgefäß (ischämischer Insult) oder durch das Platzen eines Gefäßes (hämorrhagischer Insult) verursacht. Entscheidend für das Überleben ist, dass eine Patientin/ein Patient rasch behandelt wird. Dafür stehen in Österreich 38 spezialisierte Einrichtungen, sogenannte Stroke Units, zur Verfügung.

Ein Schlaganfall ist ein Notfall, bei dem sofort die Rettung 144 gerufen werden muss.
Viele Menschen seien überfordert, wenn jemand plötzlich nicht mehr sprechen oder einen Arm oder ein Bein nicht mehr bewegen kann. „Jeder Österreicher soll die Anzeichen eines Schlaganfalls sofort erkennen und wissen, dass es dann nur eines gibt: Handy zücken und die Rettung rufen“, so der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Schlaganfall-Forschung (ÖGSF), Univ.-Prof. Stefan Kiechl.

Rasche Behandlung lebenswichtig

Behandelt wird ein ischämischer Schlaganfall, indem das Blutgerinnsel durch ein Medikament mittels intravenöser Thrombolyse aufgelöst wird. Die Thrombolyse müsse innerhalb von vier Stunden erfolgen. Bei Verschlüssen von Großgefäßen kann die Kombination der Thrombolyse mit einer mechanischen Entfernung des Gerinnsels (Thrombektomie) angewendet werden. Für einen guten Erfolg der Behandlung muss auch die Thrombektomie rasch, und zwar innerhalb von sechs Stunden nach den ersten Symptomen eines Schlaganfalls durchgeführt werden.

Prävention erfordert Motivation 

Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2, Vorhofflimmern und
Fettstoffwechselstörungen: Würde man diesen Risikofaktoren vorbeugen, könnte jeder zweite Schlaganfall verhindert werden“, betonte der Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM), Reinhold Glehr. Eine Möglichkeit, die Menschen zur Abkehr von ungesunden Gewohnheiten zu motivieren, sieht Glehr in Gesprächen zwischen Hausärztin/Hausarzt und Patientin/Patient. Auch die Einhaltung von Diät- und Bewegungsprogrammen sowie die korrekte Einnahme von Medikamenten sind wichtige Themen bei den ärztlichen Gesprächen.

Zwar steige das Schlaganfallrisiko mit dem Alter, aber etwa ein Viertel der Erstschlaganfälle träfen Erwerbsfähige, fünf Prozent der Betroffenen seien jünger als 45. Die kostenlose Vorsorgeuntersuchung bringe die Risiken ans Licht. Wer es zudem schaffe, jede Woche konsequent drei bis sechs Stunden Bewegung in seinen Alltag einzubauen, das Rauchen aufzugeben und grundlegende Ernährungsempfehlungen zu beachten, der tue schon sehr viel zur Vermeidung der gefährlichsten Schlaganfallrisiken, betonte Glehr.

Weitere Informationen:

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