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Passant als Lebensretter bei Herzstillstand!

Mann auf Knien mit Ersthelferin © Gina Sanders
05.09.2016

Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesursache in industrialisierten Ländern. Rasche Hilfe durch Laien ist entscheidend für die Überlebenschancen der Verunglückten. Vor Kurzem zeigte ein junger Ersthelfer bei einem Notfall in Wien, wie einfach es ist, Leben zu retten.

Vorbildliche Erste Hilfe

Anfang August erlitt ein Kunde (73) eines Reisebüros in der Wiener Neubaugasse einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Ein Passant, Niklas P. (19), kam zufällig am Geschäft vorbei und erkannte sofort die kritische Situation. Wie geistesgegenwärtig die Helfer reagierten, beschreibt der Bericht der Rathauskorrespondenz: Eine Mitarbeiterin des Reisebüros hatte bereits den Notruf 144 gewählt. Niklas P. rief einem Mann zu, einen Defibrillator aus der 150 Meter entfernten Defi-Vitrine auf der Mariahilfer Straße zu holen, und begann inzwischen mit der Herzdruckmassage.

Kurz danach kam der andere Helfer mit dem Defi zurück. Wie vom Gerät über Lautsprecher angewiesen, bereiteten die beiden alles für die Schockabgabe vor. Nur wenige Augenblicke später traf das erste Team der Berufsrettung Wien ein und übernahm die Wiederbelebung. Nach der Abgabe des dritten Schocks setzte beim Patienten der Herzschlag wieder ein. Er wurde vor Ort notfallmedizinisch versorgt und für den Transport ins AKH Wien stabilisiert. Dort wurde der Patient auf der Intensivstation in stabilem Zustand betreut.

Angst vor Fehlern unnötig

Ersthelfer können mit Herzdruckmassage und durch den Einsatz eines Laien-Defibrillators die Überlebenschancen der Betroffenen deutlich erhöhen. Doch nur wenige trauen sich auch einzugreifen. Als Grund der unterlassenen Hilfeleistung wurde von Befragten in erster Linie die Angst vor Fehlern und Unwissenheit angegeben. „Das müsste nicht sein. Zeugen von lebensbedrohlichen Zwischenfällen können schon mit einigen wenigen Handgriffen effizient Hilfe leisten. Nur Nichtstun ist falsch“, erklärt Dr. Mario Krammel, Intensivmediziner an der MedUni Wien.

Rufen, drücken, schocken!

Wenn ein Mensch keine Reaktion und keine normale Atmung hat, liegt ein Herzstillstand vor. Um Leben zu retten, ist schnelles Handeln notwendig. Die drei Schritte zur Wiederbelebung kurz zusammengefasst: (Quelle: PULS – ein Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes)

  • Rufen: Wenn Sie eine reglose Person ohne Atmung vorfinden, ist rasches Handeln wichtig: Wählen Sie den Notruf 144!
  • Drücken: Legen Sie Ihre Hände übereinander und drücken Sie kräftig und schnell mittig in den Brustkorb, mindestens 100-mal pro Minute.
  • Schocken: Falls ein Defi vorhanden ist, schalten Sie diesen ein und befolgen Sie die Anweisungen.

Hinweis Standorte von Defibrillatoren in ganz Österreich werden auf der Web-Seite www.definetzwerk.at angezeigt.

Weitere Informationen:

Erste-Hilfe-Maßnahmen

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