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„Therapie aktiv“: Geringere Sterblichkeit bei Diabetikern

Blutzuckermessung © Alexander Raths
27.04.2015

Das Betreuungsprogramm „Therapie aktiv – Diabetes im Griff“ verbessert deutlich die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes und senkt die Sterblichkeit signifikant. Dies zeigt eine Anfang 2015 veröffentlichte Studie der Medizinischen Universität (Meduni) Graz zur Evaluierung des Disease Management Programms (DMP) „Therapie aktiv“.

Gefährliche Folgeerkrankungen

Derzeit leben rund 570.000 Menschen in Österreich mit Typ-2-Diabetes. Laut einer Aussendung der Sozialversicherung ist in den kommenden Jahren mit einem weiteren Ansteigen der Zahl der Erkrankten zu rechnen. Besonders gefährlich sind schwere Folgeerkrankungen, die bei fortschreitendem Diabetes auftreten, z.B. schwere Herz-, Gefäß- und Augenerkrankungen. Diese Folgeerkrankungen beeinträchtigen die Lebensqualität stark. Sie können jedoch durch regelmäßige medizinische Betreuung und aktive Mitarbeit der Patientinnen und Patienten vermieden oder zumindest verzögert werden.

Mit dem klaren Ziel einer Verlängerung des Lebens bei guter Gesundheit wurde 2007 das Langzeit-Betreuungsprogramm „Therapie aktiv – Diabetes im Griff“ von der österreichischen Sozialversicherung ins Leben gerufen. Es baut auf zwei Säulen auf: Einerseits die optimale ärztliche Betreuung mit regelmäßigen Untersuchungen und andererseits die aktive Mitarbeit der Patientin/des Patienten am Therapieerfolg.

Nutzen wissenschaftlich untersucht

Nun bestätigt eine umfassende Untersuchung der Meduni Graz zahlreiche positive Wirkungen von „Therapie aktiv“. Die Ergebnisse der retrospektiven Studie mit Kontrollgruppe und einer Beobachtungszeit von mindestens vier Jahren zeigen, dass im Programm betreute Diabetikerinnen/Diabetiker bei allen Zielgrößen besser abschneiden, als nicht teilnehmende Diabetikerinnen/Diabetiker. Teilnehmende Personen verbringen durchschnittlich 2,3 Tage weniger im Spital, Schlaganfälle und Herzinfarkte treten um ca. zehn Prozent weniger häufig auf und auch die Sterblichkeitsrate ist um signifikante 35 Prozent niedriger.

Patientinnen/Patienten mit Typ-2-Diabetes können freiwillig und kostenlos am Programm teilnehmen. Dafür ist eine Anmeldung bei einer Ärztin/einem Arzt des „Therapie Aktiv“-Programms notwendig. Diese werden für das Betreuungsprogramm speziell geschult.

Weitere Informationen:

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