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Gute Kommunikation wirkt wie „Lustpille“ beim Sex

Paar im Bett © detailblick-foto
27.10.2015

Gute Kommunikation zwischen den Partnern ist wichtig für lustvollen Sex. Zu diesem Schluss kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie der MedUni Wien. „Oft ist eher Stress im Alltag die Ursache für sexuelle Beschwerden als irgendein chemischer Mangel im Hormonhaushalt der Frau“, erklärt die Internistin und Sexualmedizinerin Bayerle-Eder. Bis zu 40 Prozent der Frauen und über 30 Prozent der Männer würden an Sexualfunktionsstörungen leiden.

Studie untersucht Wirkung von Oxytocin

In der Studie untersuchten Mediziner/innen an der Klinik für Klinische Pharmakologie der MedUni Wien, ob das als „Bindungshormon“ bekannte Oxytocin eine sexualitätsfördernde Wirkung hat. 30 Frauen nahmen in der acht Monate laufenden Langzeitstudie Oxytocin-Nasenspray unmittelbar vor dem Sexualakt.

Bei den Probandinnen handelte es sich um Frauen mit Sexualfunktionsstörungen – dazu zählen u.a. Erregungsprobleme, Orgasmusprobleme oder Schmerzen. Gemeinsam mit ihren Partnern führten die Frauen ein Tagebuch und beurteilten anhand eines Fragebogens, wie sich der Sex während der Behandlung verändert hatte. Einer Vergleichsgruppe wurde im gleichen Zeitraum Placebo verabreicht.

Das Resultat: Zwar verbesserten sich das Sexualleben und die sexuelle Zufriedenheit bei den Frauen unter Oxytocin-Behandlung klar, allerdings hatte die Gruppe, die nur Placebo zu sich genommen hatte, ebenfalls deutlich verbesserte Werte.

Sexualität als „höchste“ Form der Kommunikation

Das beweist für Studienleiterin Michaela Bayerle-Eder, Internistin und Sexualmedizinerin an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien, wie enorm wichtig die Kommunikation mit dem Partner für die sexuelle Zufriedenheit ist: „Offenbar brachte allein die Tatsache, dass sich die Frauen im Zuge der Studie intensiver mit ihrer Sexualität auseinandersetzten und mit ihrem Partner über Sex sprachen, schon messbare Verbesserungen.“

Der Schluss würde daher nahe liegen, dass oft nur Stress im Alltag oder Missverständnisse den Paaren das lustvolle Erleben ihrer Sexualität verleiden. Die Expertin rät daher, bei sexuellen Problemen möglichst bald ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, um der Ursache auf die Spur zu kommen.

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