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Rauchfrei jung sein: „plus“ startet an Schulen

Junges Mädchen raucht © Kaspars Grinvalds
07.09.2015

Mit dem Schuljahr 2015/16 wird das erfolgreiche Präventionsprogramm „plus“ österreichweit an allen Schulen angeboten. Ziel der Initiative ist es, dem Einstieg ins Rauchen bei den 10- bis 14-Jährigen so früh wie möglich entgegenzuwirken – nicht mit Verboten, sondern durch das Stärken der Eigenkompetenz der Kinder und Jugendlichen.

In Österreich haben laut einer EU-Studie aus 2012 zehn Prozent der Jugendlichen bereits vor ihrem 15. Geburtstag mit dem Rauchen begonnen. Das Programm „plus“ ist Teil der großen Initiative zur Tabakprävention für 10- bis 14-Jährige. Sie wurde unter dem Motto „Lebe dein Leben. Ohne Rauch. YOLO!“ vom Gesundheitsministerium und dem Fonds Gesundes Österreich im Mai 2015 gestartet.

Mit eigener Lebenskompetenz rauchfrei

Programme zur Stärkung der Lebenskompetenzen gelten international als die wirkungsvollsten suchtpräventiven Maßnahmen im Schulbereich. „plus“ wurde von Fachleuten der österreichischen Suchtpräventionsstellen entwickelt und vom Institut für Psychologie der Universität Innsbruck evaluiert. Das Programm wird nun an allen Schulen von der fünften bis zur achten Schulstufe umgesetzt. Für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen werden Lehrer/innen speziell geschult.

Langfristiges Präventionsprogramm

Wichtig für den Erfolg des „plus“-Programms in einer Klasse ist die gemeinsam getragene Entscheidung der Schulgemeinschaft, die über vier Schuljahre laufende Präventionsmaßnahme durchzuführen. Neben Engagement braucht es auch die Zeit, mindestens zehn Unterrichtseinheiten pro Schuljahr in der Klasse abzuhalten. Ein eigenes Unterrichtsfach ist nicht notwendig, soferne mehrere Lehrpersonen einer Klasse einzelne Einheiten in ihrem Unterrichtsfach umsetzen. Die schulinterne Koordination liegt nach Möglichkeit beim Klassenvorstand.

Einbindung der Eltern

Auch die Eltern werden über „plus“ informiert und motiviert, zu Hause ihre Kinder bei der Entwicklung persönlicher Kompetenzen zu unterstützen. „In diesem Alter orientieren sich viele stark an ihrem familiären und sozialen Umfeld“, erklärt Klaus Ropin, Leiter des Fonds Gesundes Österreich. „Deshalb haben Eltern einen bedeutsamen Einfluss auf das Rauchverhalten ihrer Kinder. Das haben wir berücksichtigt und werden die Eltern genauso unterstützen, denn nachhaltige Gesundheitsförderung findet immer auf mehreren Ebenen statt.“

Das Programm „plus“ wird zu Beginn des Schuljahres 2015/16 an den Schulen vorgestellt. Interessierte Lehrer/innen können sich auch direkt an die Fachstelle für Suchtprävention des jeweiligen Landes wenden.

Weitere Informationen:

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