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Mobiler Dolmetsch-Service für Gebärdensprache

Junge Frau verwendet Gebärdensprache © Monika Wisniewska
12.10.2015

Anfang Oktober 2015 startete das neue Pilotprojekt „Gebärdensprachdolmetsch am Display“. Dabei vermitteln Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher per Videozuschaltung via Tablet, Smartphone oder Laptop zwischen Gehörlosen und Hörenden. Vor allem in der medizinischen Betreuung sollen mit dem neuen Service kommunikative Barrieren überwunden und die Behandlungsqualität erhöht werden.

Für den Dolmetsch-Service wurde eine mobile Anwendung entwickelt, die kostenlos zur Verfügung steht. Initiatoren des Projekts sind die Plattform Patientensicherheit in Kooperation mit dem Unternehmen SAVD Videodolmetschen. In Österreich leben rund 8.000 Gehörlose und zwischen 10.000 und 15.000 hochgradig schwerhörige oder ertaubte Personen.

„Gebärdendolmetscher am Display soll dabei helfen, gehörlose Menschen zu selbstbestimmtem, gesunden Verhalten zu befähigen und zu einer Steigerung der Lebensqualität beitragen“, erklärte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser bei der Vorstellung des Projektes Ende September. Die Verwendung von Gebärdensprachdolmetschern beschränkte sich bis dato hauptsächlich auf das Notwendigste. Das soll sich nun durch dieses Projekt ändern und eine rasche Unterstützung für Betroffene flächendeckend ermöglichen – etwa bei Behördengängen, Bankterminen und vor allem auch bei spontanen Arztbesuchen.

Gebärdendolmetsch im Gesundheitswesen

Seinen Ursprung hat das neue Pilotprojekt in der Initiative „Videodolmetschen im Gesundheitswesen“, welche 2013 einen Dolmetsch-Service in zahlreichen Behörden, Krankenhäusern und Versicherungsanstalten implementierte. „Das Projekt zeigte klar, dass die Etablierung von Videodolmetschen die Behandlungsqualität erhöht und eine wichtige Unterstützung des Gesundheitspersonals darstellt“, so Maria Kletecka-Pulker, Geschäftsführerin der Plattform Patientensicherheit.

Bessere Kommunikation

Nun richten die Plattform Patientensicherheit und SAVD Videodolmetschen den Fokus gezielt auf gehörlose Privatpersonen. Die Initiatoren werden dabei von Partnern wie dem Fonds Gesundes Österreich, dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen oder dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz unterstützt. Diese Zusammenarbeit würde es laut einer Presseinformation ermöglichen, dass die mobile Anwendung von Hausärztinnen/Hausärzten und gehörlosen Patientinnen/Patienten kostenlos genutzt werden kann.

Anmeldung und Nutzung

Seit Anfang Oktober 2015 ist der Dolmetsch-Service für die Österreichische Gebärdensprache von Montag bis Freitag zwischen 08:00 bis 17:00 Uhr über mobile Endgeräte verfügbar. Voraussetzung für die Nutzung ist eine Anmeldung auf www.gehoert.org. Anschließend erhalten gehörlose Kundinnen/Kunden persönliche Zugangsdaten und können die mobile Anwendung herunterladen. Seit Oktober steht eine Testversion zur Verfügung. Auf www.gehoert.org wird außerdem darüber informiert, an welchen Orten Videodolmetschen genutzt werden kann und in welchen Bereichen die Kosten dafür von Bund, Land oder Gemeinde getragen werden.

Weitere Informationen:

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